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Mehrheit für Verbot von Schönheits­operationen bei Jugendlichen

Montag, 2. März 2020

/dpa

Berlin – Um Kinder und Jugendliche stärker vor unnötigen Schönheitsoperationen zu be­wahren, greift seit gestern ein neues Werbeverbot. Die große Mehrheit der Bundesbür­ger ist dafür, noch weiter zu gehen, wie eine Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt.

82 Prozent befürworten demnach ein generelles Verbot medizinisch nicht notwendiger Schönheitsoperationen bei unter 18-Jährigen. Dagegen sind 15 Prozent. Die Zustimmung dafür fällt den Umfragedaten nach – je nach Alter – unterschiedlich hoch aus.

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Unter 16- bis 29-Jährigen, die teils von einem OP-Verbot betroffen wären, sind 73 Prozent dafür und 22 Prozent dagegen. Bei 30- bis 44-Jährigen sprachen sich 83 Prozent für ein Verbot aus, bei den 45- bis 65-Jährigen 86 Prozent. Für die Umfrage wurden 1.004 Men­schen zwischen 16 und 65 Jahren vom 7. bis 13. Januar 2020 vom Institut Forsa befragt.

Das von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) auf den Weg gebrachte erweiterte Werbeverbot untersagt Reklame für plastisch-chirurgische Eingriffe, die sich „überwie­gend oder ausschließlich an Kinder und Jugendliche richtet“ – auch online. Zuvor war solche Werbung schon mit Blick auf unter 14-Jährige verboten.

„Jeder operative Eingriff birgt Gefahren für die Gesundheit“, hieß es in den Gesetzesplä­nen. Daher sollten gerade Jugendliche, die „sehr empfänglich für Themen wie Schön­heits­ideal und Aussehen“ seien, stärker geschützt werden.

Mediziner und Kinderschützer unterstützen dies, fordern aber darüber hinaus ein Verbot medizinisch unnötiger Schönheits-OPs bei Minderjährigen. Eine wachsende Rolle dabei spielen auch Verlockungen oft digital bearbeiteter Fotos im Internet.

„Gerade Plattformen wie Instagram leben von vermeintlich makellosen Bildern“, hatte der Deutsche Kinderschutzbund bei der Vorstellung der Gesetzespläne im Herbst erläutert. Kinder und Jugendliche seien während der Pubertät aber ohnehin sehr verunsichert.

Ein Verbot von Schönheits-OPs bei unter 18-Jährigen fordert auch die Vereinigung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Nach ihren Angaben liegt der Anteil Minderjähriger bei ästhetischen OPs hierzulande bei unter einem Prozent. Weltweit nähmen Schönheitsmaß­nahmen bei Minderjährigen aber zu. © dpa/aerzteblatt.de

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