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Ärzteschaft

Kein TI-Anschluss: KV Thüringen musste Honorar bei 306 Praxen kürzen

Montag, 2. März 2020

/eyetronic, stockadobecom

Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen musste im Rahmen der Ab­rechnung des dritten Quartals 2019 bei 306 Hauptbetriebsstätten das Honorar kürzen, weil die Praxen das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) nicht vorgenommen haben. Das berichtete der zweite Vorsitzende der KV, Thomas Schröter, bei der Vertre­ter­ver­sammlung der KV Thüringen in Weimar.

„Betroffen von der einprozentigen Honorarkürzung waren im dritten Quartal 2019 10,68 Prozent aller VSDM-pflichtigen Praxen“, erläuterte Schröter. Dabei sei die Kürzung unab­hängig davon, welche Umstände dazu geführt hätten, dass die Praxen ihre Anschlussfrist an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) nicht eingehalten haben.

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„Wir haben die Mitteilungen der nicht lieferfähigen Anbieter von Praxisverwaltungssoft­ware­systemen inzwischen über die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geleitet und damit die Forderung nach Verscho­nung unschuldiger Ärzte von Honorarstrafen begründet“, berichtete Schröter. Die KBV habe dazu vom BMG mitgeteilt bekommen, dass eine Änderung der Sanktionen für solche Fallkonstellationen nicht vorgesehen sei.

Schröter wies daraufhin, dass der Honorabzug ab März 2020 bei 2,5 Prozent liege. „Den unschuldig Betroffenen bleibt nur die Möglichkeit der Schadenersatzforderung gegen­über dem nicht lieferfähigen Konnektoranbieter, deren Erfolg ungewiss ist“, so der KV-Vize.

Den höchsten Anteil von Betriebsstätten ohne Online-VSDM hatten laut der KV im dritten Quartal 2019 die Fachärzte für Nervenheilkunde und Fachärzte für Neurologie und Psy­chiatrie mit 16 von 63 Praxen (etwa 25,4 %).

Danach folgten die Psychotherapeuten­gruppen mit zusammen 129 von 509 Praxen (circa 25,3 %). Bei den Hausärzten waren 73 von 1.071 Praxen (etwa 6,8 %) bis zum 30. Sep­tem­ber 2019 noch nicht an die TI angeschlossen. Der durchschnittliche Kürzungsbetrag pro Betriebsstätte betrug 432 Euro. © hil/aerzteblatt.de

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