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Ärzteschaft

Jeder zweite Schmerzpatient braucht mehr als eine Stunde zum Schmerzzentrum

Montag, 2. März 2020

/Mariusz Blach, stockadobecom

Köln – Rund die Hälfte der Schmerzpatienten in Deutschland benötigt derzeit mehr als eine Stunde, um das behandelnde Schmerzzentrum zu erreichen. Darauf hat heute die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hingewiesen, die sich für eine engere Versorgung mit Schmerzzentren und Schmerztherapeuten ausspricht.

„Große Entfernungen sind besonders für die Schmerzpatienten kritisch, die in ihrer Mobi­lität eingeschränkt sind“, kritisiert die DGS. Die Wegezeiten-Analyse stammt aus dem „PraxisRegister Schmerz“. Es umfasst laut Fachgesellschaft mehr als 260.000 Behand­lungsfälle und mehr als eine Million Einzeldokumentationen.

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„Schmerzmediziner arbeiten mit ihren Patienten, sie sehen sie mehrmals pro Woche, teil­weise täglich. Daher sollten 30 Minuten hier als Maßstab gelten. Wir sind von einer flä­chendeckenden Versorgung also Lichtjahre entfernt“, sagte Michael Überall, Vizepräsi­dent der DGS.

Die Gesellschaft fordert, die schmerzmedizinische Versorgung flächendeckend auszubau­en. Allein für die Versorgung der schwerstgradig Schmerzkranken seien dafür mindestens 10.000 ausgebildete Schmerzmediziner nötig. „Jede Stadt mit mehr als 50.000 Einwoh­nern benötigt ein Schmerzzentrum“, forderte Überall. Aktuell fehle dieses aber in 188 Städten in Deutschland.

„Bei den meisten Menschen mit chronischen Schmerzen dauert es momentan noch oft mehrere Jahre, bis sie eine wirksame Schmerzbehandlung erhalten“, sagte Claudia Sommer, Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft sowie Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würz­burg, vergangenen Sommer in Berlin.

Wenn es gelänge, Risikopatienten für chronische Schmerzen früh zu identifizieren und auch früh zu behandeln, bliebe ihnen ein jahrelanger Leidensweg erspart, betonte sie. © hil/aerzteblatt.de

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