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Medizin

Vitamine bleiben bei männlicher Infertilität in Studie ohne Wirkung

Donnerstag, 5. März 2020

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Chapel Hill/North Carolina. Die tägliche Einnahme von antioxidativen Multivitaminen hat in einer randomisierten Studie die Zeugungsfähigkeit von Männern mit Störungen der Spermienproduktion nicht verbessert, wie die jetzt in Fertility and Sterility (2020; DOI: 10.1016/j.fertnstert.2019.11.008) veröffentlichten Ergebnisse zeigen.

Antioxidative Vitamine werden in Apotheken und Drogerien auch zur Verbesserung der Spermienqualität angeboten. Eine Wirksamkeit ist wie vielfach bei Nahrungsergänzungs­mitteln nicht erwiesen, und häufig hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Präpa­rate einen ernsthaften medizinischen Test nicht bestehen.

Dies zeigen jetzt erneut die Ergebnisse der MOXI-Studie („Males, Antioxidants, and Infer­ti­lity“), an der in neun Zentren in den USA 171 Paare teilnahmen.

Die männlichen Partner hatten im Spermogramm mindestens einen abnormalen Mess­wert. Dies konnte eine Spermienkonzentration von unter 15 Millionen/ml, eine Gesamt­mobilität von weniger als 40 %, ein Anteil normaler Spermien nach den Kriterien von Kru­ger von weniger als 4 % oder ein DNA-Fragmentierungsindex von mehr als 25 % sein.

Die Paare wurden auf zwei Gruppen randomisiert. In einer Gruppe nahmen die Männer täglich ein Multivitamin-Präparat mit 500 mg Vitamin C, 400 mg Vitamin E, 0,20 mg Se­len, 1.000 mg L-Carnitin, 20 mg Zink, 1.000 µg Folsäure und 10 mg Lycopin ein. In der Placebogruppe enthielt das Präparat keine Vitamine.

Wie das Team um Esther Eisenberg vom Reproductive Medicine Network am National Ins­titute of Child Health and Human Development in Bethesda berichtet, erzielten die Multi­vitamine keine der erhofften Effekte. Weder waren signifikante Verbesserungen in der Spermienkonzentration, Mobilität, Form und DNA-Qualität erkennbar. Die Ergebnisse waren sogar tendenziell schlechter.

Noch erfüllte sich der Kinderwunsch der Paare in der Multivitamingruppe. Nur 15 % der Frauen bekamen ihr Wunschkind gegenüber 24 % in der Placebogruppe. Die Unter­schie­de waren zwar nicht statistisch signifikant. Doch die Chance, dass sich im weiteren Ver­lauf der Studie noch ein Vorteil für die Multivitamine zeigen würde, war nicht mehr zu erwarten.

Die Studie, laut Eisenberg die bisher größte zum Einsatz von Vitaminen in der Reproduk­tionsmedizin, wurde deshalb vorzeitig abgebrochen. Ohne eine Placebogruppe wäre die Rate von 15 % Lebendgeburten womöglich als Erfolg gewertet worden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #728495
vidinsky
am Donnerstag, 5. März 2020, 21:49

Quo vadis Reproduktionsmedizin?

Bei Vitamin und Mineralien Studien ist entscheidend, ob die Spiegel im Blut am Anfang und am Ende der Studie in beiden Gruppen gemessen wurden . Nur dann kann man eine Schlussfolgerung daraus ziehen. Als nächste handelt sich um eine bedingt sinnloser Studie, nur Antioxidantien sind nicht ausreichend. Die DACH Leitlinie 2019 zur Therapie vor IVF sprechen klar noch für Vitamin D Suplementation. Ohne ,,Sonne,, keine Kinder. Als nächstes Zink Dosierung ist nicht ausreichend. Jod zusätzlich zu Antioxidantien macht viel Sinn, vor allem wenn ca 30% Deutschen leiden unter Mangel (Jodurie<100ug/L). Meine Meinung nach, sollten solche Studien suggerieren, dass doch die beste Wahl IVF sei. Es ist Schade, dass die Ökonomisierung der Medizin soviel Schaden einrichtet.
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