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Diagnose Bluthochdruck in Ostdeutschland besonders häufig

Dienstag, 3. März 2020

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland haben einen Bluthochdruck. Die Zahl der gesetzlich krankenversicherten Patienten in Deutschland mit diagnostizierter Hypertonie ist zwi­schen 2009 und 2018 von fast 17 Millionen auf gut 19 Millionen gestiegen. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Versorgungsatlas im Zentralinstitut für die kassenärztliche Ver­sorgung (Zi) hervor.

Die Zi-Wissenschaftler haben dafür krankenkassenübergreifende vertragsärztliche Ab­rech­­nungsdaten für die Jahre 2009 bis 2018 auf Bundesebene, pro Bereich der Kassen­ärzt­lichen Vereinigungen und nach Kreisen ausgewertet. Als Hypertoniker zählten sie Patienten, die in mindestens zwei Quartalen eines Kalenderjahres eine als gesichert codierte Hypertoniediagnose aufwiesen.

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Danach wird Bluthochdruck in Ostdeutschland mit einer Prävalenz von 36 Prozent beson­ders häufig diagnostiziert. In Westdeutschland liegt diese laut der Untersuchung bei 25 Prozent. Die regionale Verteilung der rohen Diagnoseprävalenz im Jahr 2018 variierte um den Faktor 1,96 zwischen Hamburg (20,1 Prozent), der Region mit dem niedrigsten, und Sachsen- Anhalt (39,4 Prozent), der Region mit dem höchsten Wert.

Allerdings ist der Anteil älterer Menschen unter den gesetzlich Versicherten in den neuen Bundesländern höher als in Westdeutschland. Korrigiert man die Berechnung der Anteile Erkrankter um den Einfluss der unterschiedlichen Altersstruktur zwischen West und Ost, so verringert sich der Unterschied auf sechs Prozentpunkte (West: 24 Prozent, Ost: 30 Prozent).

Neben der Altersstruktur sind den Forschern zufolge sozioökonomische Unterschiede zwischen den Regionen mitverantwortlich für die unterschiedlichen Prävalenzen: Hyper­tonie trete in solchen Kreise häufiger auf, in denen vermehrt Menschen mit geringem soziökonomischem Status lebten.

„Frauen und Männer in ostdeutschen Regionen mit niedrigem soziökonomischem Status stehen hier besonders im Fokus. Sie sind daher eine vorrangige Zielgruppe für besondere Präventionsmaßnahmen“, zog der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried ein Fazit der Studie. © hil/aerzteblatt.de

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