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Medizin

CMV-Status: Wangenabstrich beschleunigt Suche nach Stammzellspender für Leukämiepatienten

Mittwoch, 4. März 2020

/DKMS

Köln – Ein Stammzellspender für Leukämiepatienten muss auch im Cytomegalievirus (CMV)-Status mit dem Empfänger übereinstimmen. Ein neues Verfahren, das Wissen­schaftler des DKMS entwickelt haben, erlaubt die Bestimmung des CMV-Status per Wangenabstrich. Dies könne die Suche nach einem passenden Stammzellspender künftig verkürzen, berichten sie im Journal of Infectious Diseases (doi: 10.1093/infdis/jiaa067).

Bisher konnte der CMV-Status nur durch einen Bluttest ermittelt werden, und dieser wurde erst durchgeführt, nachdem der transplantierende Arzt bereits eine Vorauswahl an möglichen Stammzellspendern getroffen hatte. Der Test per Wangenabstrich kann künftig bereits bei der Registrierung erfolgen und steht dann für alle in der DKMS registrierten potenziellen Spender zur Verfügung.

Bei Stammzelltransplantationen wird angestrebt, dass der Spender denselben CMV-Status hat wie der Patient. Bereits seit 2015 gehört der CMV-Test bei der DKMS zum Standard im Spenderauswahlverfahren. Weil er nur per Blutprobe möglich war, konnte er bisher nicht bei der Registrierung durchgeführt werden, sondern erst, nachdem ein Spender bereits vorausgewählt war.

Einen CMV-Test per Wangenabstrich hätten Experten lange für unmöglich gehalten, berichtet Geoffrey A. Behrens vom DKMS Life Science Lab in Dresden. Und tatsächlich sei bei der CMV-Antikörperbestimmung aus Wangenabstrichen anfangs keine klare Trennung zwischen negativen und positiven Proben erkennbar gewesen, so Behrens.

Im Gegensatz zum Blut, ist die Probenmenge beim Wangenabstrich von der Probennahme abhängig. Erst nach Einführung einer Messung zur Bestimmung der Probenmenge anhand des Gesamtproteingehalts, konnte die angestrebte Genauigkeit erreicht werden. „So können wir jetzt auch kleinste Mengen von CMV-Antikörpern interpretieren und daraus ein CMV-positives oder CMV-negatives Ergebnis ablesen“, berichtet Behrens.

Bei 6.358 Spendern mit CMV-Status basierend auf einem Wangenabstrich wurde der CMV-Status zusätzlich durch eine Blutabnahme ermittelt. Dabei bestätigten sich die Ergebnisse bei 6.177 Spendern (97,2 %). Bei 181 Spendern gab es Diskrepanzen zwischen den beiden Testverfahren, darunter 74 falsch-negative und 107 falsch-positive Ergebnisse.

Die Fehlerrate von 2,8 % sei für die Art der Anwendung angemessen, schreiben die Wissenschaftler, insbesondere, da einige der falsch-negativen Ergebnisse einer Serokonversion zwischen Registrierung und Bluttestung geschuldet sein könnten.

Ein 3. Wattestäbchen für den CMV-Test

Am Registrierungsvorgang verändert sich durch den neuen CMV-Test nur wenig: Wer sich als potenzieller Spender registrieren möchte, erhält nicht mehr 2, sondern 3 medizinische „Wattestäbchen“ für den Wangenschleimhautabstrich. Mit 2 Stäbchen werden die HLA-Merkmale ermittelt, mit dem 3. der CMV-Status. © nec/aerzteblatt.de

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