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Medizin

Wie Glioblastome sich vor einer Immuntherapie mit Check­point-Inhibitoren schützen

Donnerstag, 5. März 2020

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Mannheim – Glioblastome sprechen sehr häufig nicht auf Immuntherapien an. Wissenschaftler von der Universitätsmedizin Mannheim und vom Deutschen Krebsfor­schungszentrum (DKFZ) haben bei Mäusen einen Resistenzmechanismus identifizieren, der es den Tumorzellen ermöglicht, einer Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren zu entkommen. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen (doi 10.1038/s41467-020-14642-0).

Immuncheckpoint-Inhibitoren aktivieren die Tumorabwehr, indem sie inhibitorische Interaktionen zwischen Antigen-präsentierenden Zellen und T-Lymphozyten an den sogenannten Checkpoints unterbrechen oder aktivierende Checkpoints stimulieren. Glioblastome zeigen sich jedoch häufig resistent gegenüber dieser Therapie.

Wissenschaftler unter der Leitung von Michael Platten, Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am DKFZ, haben eine Systematik entwickelt, um die Resistenz oder das Ansprechen der Tumoren auf eine Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren individuell vorherzusagen.

Ein für ihre Fragestellungen geeignetes Modell fanden die Wissenschaftler bei bestimmten Mäusen, die ebenso wie Menschen heterogen auf Immuntherapien reagieren und entsprechend in „Responder“ und „Nicht-Responder“ unterschieden werden können.

Mittels serieller Magnetresonanztomographie (MRT)-Bildgebung konnten die Forscher Merkmale identifizieren, die ein Therapieansprechen vorhersagen können. Im Modell­system gelang dies mit einer Genauigkeit von 82,7 %. Diese Signatur soll in künftigen klinischen Studien mit Glioblastom-Patienten überprüft werden.

Durch den Vergleich der Mikroumgebung der Gliome von resistenten Tieren und solchen, die auf die Behandlung ansprachen, konnten die Wissenschaftler zudem einen Resistenz­mechanismus gegen die Immun-Checkpoint-Blockade ermitteln. Er wird offenbar von einer Untergruppe von Makrophagen vermittelt, die das Protein PD-L1 tragen, das als Immunbremse funktioniert. Letztendlich führt dies zu einer Anreicherung von regulato­rischen T-Zellen und einer Drosselung der CD4-positiven T-Zell-Aktivierung, was die natürliche Tumorabwehr unterdrückt.

„Mit einer Behandlung, die sich gegen diese PD-L1-tragenden Makrophagen richtet, könnte sich die Resistenz gegen die Immun-Checkpoint-Inhibitoren überwinden lassen“, vermutet Platten. Die Wissenschaftler untersuchen dies jetzt in einer vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) geförderten multizentrischen klinischen Studie. © hil/aerzteblatt.de

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