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Haustarifvertrag für Klinikum Wilhelmshaven

Mittwoch, 4. März 2020

/picture alliance, Mohssen Assanimoghaddam

Wilhelmshaven – Das Klinikum Wilhelmshaven und der Marburger Bund (MB) Nieder­sachsen haben sich auf einen Haustarifvertrag geeinigt. Damit seien sieben Jahren ohne Tarifbindung an dem Klinikum zu Ende gegangen, schrieb der MB Niedersachsen gestern in einer Presseerklärung.

Nach schwierigen Verhandlungen hätten sich der Marburger Bund Niedersachsen und das Klinikum Wilhelmshaven am 11. Februar auf einen Haustarifvertrag geeinigt, dem nun gestern die Gremien auf beiden Seiten zugestimmt hätten.

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Das Klinikum Wilhelmshaven ist einer der wenigen kommunalen Träger, der bislang kei­nen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund abgeschlossen hatte. „In mehr als 90 Prozent der Krankenhäuser gelten Tarifverträge, die der MB auf Bundes-, auf Landes- oder auf hausindividueller Ebene geschlossen hat, beziehungsweise die sich an Regelungen orientieren, die denen der Tarifverträge entsprechen“, erklärt der MB dem Deutschen Ärzteblatt.

Letzteres beziehe sich auf die kirchlichen Krankenhausträger. Zu den Krankenhäusern ohne Tarifbindung zählen insbesondere Häuser in privater Trägerschaft, zum Beispiel Krankenhäuser der Ameos Gruppe, die zum Jahresanfang in Sachsen-Anhalt bestreikt wurden. Ende Februar einigten sich Ameos, der MB und die Gewerkschaft Verdi darauf, in Tarifverhandlungen einzusteigen.

Tarifvertrag soll Klinikum attraktiver machen

Der Tarifvertrag mit dem Klinikum Wilhelmshaven orientiert sich dem MB Niedersachsen zufolge an dem Tarifvertrag (TV), den der MB im vergangenen Jahr mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) geschlossen hat.

So sollen beispielsweise die Tabellenentgelte zum 1. Februar 2020 auf das gleiche Grundgehalt wie im aktuellen TV-Ärzte/VKA-Tarif steigen. Zudem habe man sich auf eine wesentliche Entgeltsteigerung im Bereitschaftsdienst in Bezug auf Nachtzuschläge und bei Mehrbelastung ab dem fünften Dienst im Monat geeinigt, erklärt der Landesverband.

Der Termin zur Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge stehe für den 1. Januar 2023. Auch durch eine verlässliche Dienstplangestaltung, eine transparente Arbeitszeit­doku­mentation sowie die verbindliche Zusage von freien Wochenenden würden sich die Arbeitsbedingungen künftig verbessern. Der Haustarifvertrag wurde mit einer Laufzeit von 33 Monaten bis April 2022 geschlossen.

„Beide Seiten sind aufeinander zugegangen und haben ein Ergebnis erzielt, das für die betroffenen Ärzte nicht nur eine deutliche Steigerung der Entgelte, sondern auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit sich bringen wird. Auf dieser Basis sehen wir das Klinikum Wilhelmshaven auf dem richtigen Weg“, erklärte Christian Dieck vom MB Niedersachsen.

In den vergangenen sieben Jahren habe die fehlende Tarifbindung am Klinikum intern zu uneinheitlichen Vertragsbedingungen und zuletzt spürbar zu einem Attraktivitätsverlust des Klinikums als Arbeitgeber im Vergleich zu tarifgebundenen Häusern geführt, schreibt der Landesverband. Zusammen mit der Arbeitsbelastung sei dadurch auch der Frustpegel unter der ärztlichen Belegschaft kontinuierlich angestiegen.

„Hier brauchte es dringend Entlastung, um die Qualität der Patientenversorgung nach­hal­tig zu sichern und konkurrenzfähig zu bleiben. Um das hierfür benötigte qualifizierte Per­sonal halten und auch dazu gewinnen zu können, muss das Klinikum eine zukunfts­träch­tige Perspektive bieten. Die vereinbarten Punkte sind hier definitiv ein wichtiges Signal“, so Dieck. © fos/aerzteblatt.de

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