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Medizin

COVID-19: Welche radiologischen Befunde zu erwarten sind

Donnerstag, 5. März 2020

/magicmine, stock.adobe.com

Los Angeles und Changsha/Hunan – Die radiologischen Befunde bei COVID-19-Patienten gleichen weitgehend denen von Patienten mit SARS und MERS. Typisch ist laut 2 Publikationen im American Journal of Roentgenology (2020; doi: 10.2214/AJR.20.22969 und 22976) eine periphere Verteilung der Läsionen in beiden Lungen sowie der Befall mehrerer Lungenabschnitte.

Die Diagnose einer COVID-19 erfordert die Bestätigung durch einen positiven Nachweis von Virusgenen mit der Polymerasekettenreaktion (PCR). Bei größeren Erkrankungszahlen können die Testkits schnell ausgehen.

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In China beispielsweise warteten am 17. Februar 6.242 Patienten auf eine endgültige Diagnose. Die Befunde der Computertomografie (CT) liegen häufig früher vor, und laut Wei Zhao von der Universität Changsha können Radiologen häufig eine zutreffende Verdachtsdiagnose stellen.

Von den ersten 101 Patienten, die in 4 Städten in der Provinz Hunan behandelt wurden, wiesen 87 im 1. CT eine Milchglastrübung auf, bei 65 Patienten lag zusätzlich eine Konsolidierung des Lungengewebes vor. Bei 72 Patienten waren erweiterte Blutgefäße erkennbar und 53 Patienten hatten eine Traktions-Bronchiektasie.

Typisch war laut Zhao auch eine periphere Verteilung der Läsionen (88 Patienten) sowie der bevorzugte Befall der unteren Lungenabschnitte (55 Patienten). Retikulationen wurden bei 49 Patienten beobachtet. Insgesamt 55 Patienten hatten mehrere Erkrank­ungs­herde. Kavitationen oder „Tree in bud“-Muster wurden niemals beobachtet. Immerhin 8 Patienten hatten keine radiologischen Auffälligkeiten.

COVID-19 weist damit große Ähnlichkeit zu SARS und MERS auf. Auch bei diesen beiden anderen schwerwiegenden Folgen einer Infektion mit Coronaviren ist laut Melina Hosseiny von der Universität von Kalifornien in Los Angeles nicht immer ein Befund im initialen CT erkennbar.

Ansonsten überwiegen Milchglastrübung und Konsolidierungen. Auch ein bilateraler Befall war für SARS und ist für MERS kennzeichnend. Abzuwarten bleibt, ob es bei den COVID-19-Patienten wie bei MERS zu 1/3 zu Fibrosierungen des Lungengewebes kommt oder ob sie wie bei SARS-Patienten davon verschont bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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