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Medizin

Mehr Todesfälle und Behinderungen durch Lungenerkrankungen

Freitag, 6. März 2020

/psdesign1, stock.adobe.com

Wuhan – Die Zahl der Todesfälle und Behinderungen aufgrund von chronischen Atemwegserkrankungen hat in den vergangenen 3 Jahrzehnten zugenommen. Das berichten Wissenschaftler des Tongji-Krankenhauses, Huazhong University of Science and Technology, Wuhan, China, im British Medical Journal (doi 10.1136/bmj.m234).

Die Forscher in China werteten Daten aus der Global Burden of Disease Study 2017 aus, um die Trends bei der Mortalität und den sogenanten „disability-adjusted life years“ (DALY) – ein kombiniertes Maß für Quantität und Lebensqualität – aufgrund chronischer Atemwegserkrankungen in den Jahren 1990 bis 2017 weltweit zu beschreiben.

Zwischen 1990 und 2017 ist danach die Zahl der Todesfälle aufgrund chronischer Atemwegserkrankungen um 18 % gestiegen, von 3,32 Millionen im Jahr 1990 auf 3,91 Millionen im Jahr 2017. Die Zahl der Todesfälle nahm mit dem Alter zu und stieg bei den über 70-Jährigen stark an, eine Belastung, die mit der Alterung der Weltbevölkerung wahrscheinlich noch zunehmen werde, so die Autoren.

Während des 27-jährigen Untersuchungszeitraums ging die so genannte altersstandar­disierte Mortalitätsrate, also die Todes- und Invaliditätsraten, die nach dem Alter geordnet sind, insbesondere bei Männern zurück.

Insgesamt war die soziale Deprivation der wichtigste Faktor, der die Sterbe- und Inva­liditätsraten beeinflusste, wobei die höchsten Raten in den ärmsten Regionen der Welt zu verzeichnen waren. In wohlhabenderen Ländern wurde eine geringere Sterblichkeit festgestellt, was laut den Autoren einen besseren Zugang zu Gesundheitsdiensten und verbesserten Behandlungen widerspiegelt.

Rauchen war der wichtigste Risikofaktor für Todesfälle und Behinderungen aufgrund von COPD und Asthma. Im Jahr 2017 war das Rauchen für 1,4 Millionen Todesfälle und 33 Millionen DALYs verantwortlich, insbesondere in ärmeren Regionen, was nach Ansicht der Autoren auf die dringende Notwendigkeit hinweist, die Tabakkontrolle in den Entwick­lungs­ländern zu verbessern.

Die Luftverschmutzung durch Feinstaub war mit einer Million Todesfällen und 25 Mill­ionen DALYs der zweitwichtigste Risikofaktor für COPD.

Ein hoher Body-Mass-Index ist laut den Wissenschaftlern für die meisten Asthmatodes­fälle seit 2013 verantwortlich, insbesondere bei Frauen, und hat seit 2003 am meisten zu den DALYs beigetragen, fügen die Autoren hinzu.

„Da die Prävalenz der Adipositas weltweit weiterhin besorgniserregend zunimmt, sollte die Gewichtsabnahme in die Behandlung von adipösen Patienten mit Asthma einbezogen werden“, schreiben sie. © hil/aerzteblatt.de

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