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Medizin

SARS-CoV-2: Patienten kontaminieren Schlaf- und Waschräume beträchtlich

Donnerstag, 5. März 2020

/Katja, stock.adobe.com

Washington – Mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Patienten verbrei­ten den Erreger einer Studie zufolge beträchtlich in Schlaf- und Waschräumen – regel­mä­ßige Reinigung und der Einsatz eines handelsüblichen Desinfektionsmittels beseitigen die Viren aber wirksam.

Die Studie, die gestern im US-Fachblatt Journal of the American Medical Association (JAMA 2020; doi: 10.1001/jama.2020.3227) veröffentlicht wurde, unterstützt damit die Annahme, dass das Virus nicht nur von den Infizierten direkt, sondern auch über verun­reinigte Flächen weitergegeben werden kann.

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Wissenschaftler von Singapurs Nationalem Zentrum für Infektionskrankheiten sowie der DSO National Laboratories untersuchten die Räume von 3 Patienten, die Ende Januar, Anfang Februar wegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in einem Krank­en­haus isoliert wurden. In einem Zeitraum von 2 Wochen nahmen die Forscher an 5 ver­schiedenen Tagen Proben in den Zimmern und Bädern der Patienten.

Bei einem der Patienten wurden die Proben vor der routinemäßigen Reinigung ge­nommen, bei den anderen nach Reinigung und Desinfektion. Bei der Probenentnahme vor der Reinigung wurde der Erreger SARS-CoV-2 an 13 der 15 untersuchten Flächen nachge­wiesen – unter anderem an einem Stuhl, an Bettgestell, einem Glasfenster, dem Fußbo­den und an Lichtschaltern.

Auch 3 der 5 untersuchten Flächen im Bad waren kontaminiert, darunter die Türklinke und die Kloschüssel. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Virus auch über Ex­kremente übertragen werden kann.

Während in der Luft der Krankenzimmer keine Viren nachgewiesen wurden, fanden die Forscher sie an Belüftungsgittern. Dies deutet darauf hin, dass die Viren auch durch das Entlüftungssystem weiterverbreitet werden können. Bei der Untersuchung der gerei­nig­ten und desinfizierten Krankenzimmer und Bäder wiesen die Wissenschaftler keine neu­artigen Coronaviren nach.

„Bedeutende Kontamination der Umwelt durch SARS-CoV-2 durch Tröpfchen und Aus­schei­­dungen legen die Umwelt als ein mögliches Medium bei der Übertragung nahe“, schluss­folgerten die Studienautoren. Sie bekräftigten „die Notwendigkeit für strikte Ein­haltung der Hygiene“ bei Gegenständen und Händen.

Durch die Reinigung von Flächen in Krankenzimmern 2 Mal täglich und die tägliche Rei­ni­gung der Böden mit üblichen Desinfektionsmitteln könne die Übertragung der Viren aber eingedämmt werden.

Das neuartige Coronavirus hatte im Dezember von China seinen Ausgang genommen. Mittlerweile wurden mehr als 95.000 Infektionen in mehr als 80 Ländern und Gebieten nachgewiesen, mehr als 3.200 Infizierte starben.

Nach neuen Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) liegt die Todesrate bei dem Virus bei 3,4 % der Infizierten. Auch weil viele Infizierte nur leichte Symptome ent­wickeln, werden allerdings wahrscheinlich viele Infektionen gar nicht registriert, so dass die Todesrate niedriger liegen könnte. © afp/aerzteblatt.de

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