NewsPolitikDiabetes: Frauen profitieren mehr von Disease-Manage­ment-Programm
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Diabetes: Frauen profitieren mehr von Disease-Manage­ment-Programm

Freitag, 6. März 2020

/dpa

Berlin – Disease-Management-Programme (DMP) für Patienten mit Diabetes kommen vor allem Frauen zugute. Das geht aus einer Bilanz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich des 20-jährigen Bestehens der strukturierten Versorgungsprogramme hervor.

Demnach nehmen Frauen die Therapieangebote häufiger und über einen längeren Zeit­raum wahr als Männer. Dadurch sind sie deutlich seltener von Begleit- und Folgeerkran­kungen betroffen.

Anzeige

Insgesamt zieht die Fachgesellschaft für die DMP zu Typ-1- und Typ-2-Diabetes eine po­sitive Bilanz: Bundesweit sind etwa 4,3 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes und rund 225.000 Menschen mit Diabetes Typ 1 in einem DMP eingeschrieben.

„Das sind etwa 75 Prozent aller Versicherten mit Diabetes mellitus“, sagte Bernd Hagen, Leiter des Fachbereichs „Evaluation und Qualitätssicherung“ am Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI). Dabei verweilen die Patienten durch­schnittlich acht Jahre in den Programmen.

Hinsichtlich der Geschlechter zeigen die Daten der DDG einen deutlichen Unterschied. „Frauen nehmen nicht nur etwas länger teil als Männer. Ihre Teilnahmekontinuität ist dabei auch höher“, erklärte Hagen.

Konkret heißt das: Frauen versäumen seltener die vereinbarten Untersuchungs- oder Schulungstermine und erreichen dadurch ihre Therapieziele schneller und dauerhafter.

Sie haben nicht nur bessere Langzeitblutzuckerwerte, sondern leiden in Folge auch deut­lich weniger unter Begleit- und Folgeerkrankungen. Bei einem Typ-2-Diabetes haben Männer der DDG zufolge ein etwa anderthalbfach höheres Risiko für das Neuauftreten eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles und das Eintreten einer Dialysepflicht.

Darüber hinaus haben sie ein mehr als ein doppelt so hohes Risiko für eine Amputation. „Das Geschlecht ist statistisch gesehen durchaus ein Faktor für den Therapieerfolg“, so Hagen.

Insgesamt ist laut DDG seit Einführung der DMP ein deutlicher Rückgang der Erkrank­ungs­häufigkeit vor allem schwerwiegender diabetischer Folgekomplikationen wie Ampu­tationen, Erblindungen oder einer Dialysepflicht zu beobachten.

„Sicherlich muss man dabei auch den positiven Einfluss der Behandlungsleitlinien, der verbesserten medikamentösen Versorgung und der technischen Möglichkeiten der Stoff­wechselkontrolle berücksichtigen“, sagte DDG-Präsidentin Monika Kellerer.

Zukünftig sollten die DMP aber – stärker als es heute der Fall sei – insbesondere für die verschiedenen Patiententeilgruppen spezifische Angebote und Ziele entwickeln. Denn insbesondere bei der Versorgung schwerer Folgeerkrankungen wie dem Diabetischen Fuß­syndrom bestünde noch hoher Verbesserungsbedarf in der strukturellen Versorgung, so Kellerer. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. April 2020
Berlin – Die Fachgesellschaft für Gefäßmedizin (DGA) befürchtet, dass die Zahl der bundesweiten Amputationen aufgrund der Corona-Pandemie steigen könnte. Sie rät deshalb insbesondere Diabetikern und
Gefäßmediziner warnen vor steigenden Amputationszahlen
2. April 2020
Kiel – Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Biomedizintechnik der Technischen Universität Moldawien ist es gelungen, per 3D-Druck Sensoren herzustellen, die die
Sensoren aus 3-D-Drucker könnten Atemtest für Diabetes ermöglichen
11. März 2020
Berlin – In Abwesenheit von Komorbiditäten und bei guter Blutzuckereinstellung haben Patienten mit Diabetes mellitus ein vergleichbares SARS-CoV-2-Infektionsrisiko wie Gesunde. Im Fall von Begleit-
Besondere Achtsamkeit bei Diabetes nur bei Begleiterkrankungen erforderlich
6. März 2020
Seoul – Koreaner, die sich 2- bis 3 Mal am Tag die Zähne putzen, erkrankten in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie seltener an einem Diabetes mellitus. Parodontitis und Zahnverluste waren laut
Zähneputzen könnte vor Diabetes mellitus schützen
4. März 2020
Berlin – Die fehlende Einteilung eines Diabetes Typ 2 in Subtypen kann zur Über- und Unterversorgung der Betroffenen führen. Das berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Neue Studiendaten
Einteilung in Diabetes-Subtypen wichtig für stimmigere Therapie
27. Februar 2020
Berlin – Die Diabetiker Allianz (DA) hat die Notwendigkeit betont, in Deutschland rasch eine nationale Diabetesstrategie umzusetzen. „Etwa zehn Prozent der jährlichen Gesamtausgaben im
Nationale Diabetesstrategie für Patientenverbände notwendig
20. Februar 2020
Berlin – Männer und Frauen aus den Bereichen Berufskraftfahrt, Fabrikarbeit und Reinigungstätigkeit sind mit dem höchsten Risiko für einen Diabetes mellitus Typ 2 verbunden. Das berichtet die Deutsche
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER