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Weniger Badetote bundesweit, Zahl in Bayern gestiegen

Donnerstag, 5. März 2020

/dpa

München – Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken ist in Deutschland zurückgegangen. Mindestens 417 Menschen starben im vorigen Jahr bei Badeunfällen, überwiegend in Flüssen oder Seen, und damit rund 17 Prozent weniger als 2018, wie Achim Haag, der Präsident der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), heute in München sagte.

Er führe den Rückgang vor allem auf das im vorigen Jahr nicht immer vorhandene Bade­wetter zurück. „Schwimmen findet dann nicht allzu viel Anklang – das führt zu weniger Badetoten“, sagte Haag.

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Der Zusammenhang zwischen dem Wetter und der Zahl der Badetoten habe sich bereits zuvor mehrfach gezeigt. Das unterstreicht auch der Blick auf die zeitliche Verteilung. In den Sommermonaten Juni, Juli und August gab es 2019 rund die Hälfte aller Todesfälle.

Die meisten Ertrunkenen hatte 2019 erneut Bayern zu verzeichnen. Hier starben 95 Men­schen – und damit entgegen dem Bundestrend mehr als im Jahr davor (2018: 89). Darauf folgen Nordrhein-Westfalen mit 65 Badetoten und Niedersachsen mit 51 Todesfällen. Am wenigsten Menschen ertranken in den Stadtstaaten Berlin und Bremen (je zwei).

Die vielen Todesfälle in Bayern haben für Ingo Flechsenhar, Präsident des DLRG-Landes­verbands Bayern, auch mit der Natur im Freistaat zu tun. „Die Masse der Ertrunkenen in Bayern hängt sicher auch mit den vielen wunderschönen Gewässern bei uns zusammen. Die können wir aber nicht alle bewachen.“ Zudem seien die zahlreichen Badeseen, wie etwa der Königssee, auch bei Touristen sehr beliebt. Der Schwerpunkt der Todesfälle liege klar in Oberbayern.

Große Unterschiede bei den Todesfällen gibt es auch zwischen den Geschlechtern. Rund 80 Prozent der Ertrunkenen waren bundesweit Männer. Hier zeige sich, dass Frauen beim Schwimmen offenbar vorsichtiger und weniger risikofreudig seien, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese. Unverändert und damit beklagenswert hoch sei die Zahl der Todesfälle bei Kindern bis zehn Jahre, betonte Präsident Haag. In dieser Altersgruppe seien im Vorjahr 25 Kinder ums Leben gekommen (2018: 26).

Der Großteil der Ertrunkenen sei 50 Jahre und älter gewesen. Auch deshalb hat die DLRG zusammen mit dem bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium 2019 Schwimmkurse für Senio­ren gestartet. Diese würden sehr gut angenommen. „Wir haben schon jetzt mehr Anmel­dungen, als wir bislang personell schaffen können“, sagte Haag.

Gute Schwimmfähigkeiten seien die Grundlage, um die Zahl der Badetoten weiter zu sen­ken, machte der DLRG-Chef klar. „Schwimmen ist Teil der Bildung und ja, auch Kulturgut.“ Doch dafür brauche es genügend Schwimmhallen in Deutschland, sagte Haag.

Aus diesem Grund hat die DLRG im vergangenen Herbst eine Petition an den Bundestag geschickt, mit der sie das bundesweite „Bädersterben“ beklagt. Über den Verlauf der Petition zeigte sich Haag sehr zufrieden: Die Politik habe die Wichtigkeit erkannt und wolle die DLRG unterstützen. Nun gelte es, konkret für bessere Bedingungen in den Kommunen zu sorgen. „Ein Schwimmbad muss für jeden in erreichbarer Nähe sein“, so Haag. © dpa/aerzteblatt.de

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