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Ärzteschaft

Ärztinnen fordern Repräsentanz in Gremien

Freitag, 6. März 2020

/jozefmicic, stock.adobe.com

Berlin – Anlässlich des Weltfrauentages am kommenden Sonntag werben Verbände von Ärztinnen und Digitalexpertinnen für mehr Repräsentation in Gremien, bessere Arbeits­bedingungen und viel mehr Daten von Patientinnen für die künftigen Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI).

So fordert die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Christiane Groß, im Videoge­spräch mit dem Deutschen Ärzteblatt, die ärztlichen Gremien sowie Berufungsgremien paritätisch mit Frauen und Männern zu besetzen.

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Allerdings: „Vielen Frauen fällt es schwer, sich für die Gremien zu bewerben, weil sie viel zu selbstkritisch sind“, erklärt Groß. Daher sei es nicht immer leicht, Posten zu besetzen. „Wenn aber eine Frau an der Spitze ist, werden Frauen noch penibler betrachtet“, so Groß weiter.

Für Dietlind Zohlnhöfer-Momm, Chefärztin für Kardiologie und Intensivmedizin Vivantes Wenckebach-Klinikum, ist es auch nach der Einführung eines Weltfrauentages vor mehr als 100 Jahren wichtig, auf die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer hinzuweisen.

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Frauen in der Medizin

„Zum einen ist es bis heute ein großer Unterschied, ob man als Arzt oder Ärztin arbeitet. Auch bei Patienten, in meinem Fach vor allem Ältere, sind alte Rollenbilder vorhanden“, erzählt Zohlnhöfer-Momm im Videogespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. Bei der Visite sähen Patienten sie oft als Schwester an, der junge Stationsarzt werde hingegen schon mal mit „Herr Doktor“ angesprochen.

Bei jungen Ärztinnen wirbt sie dafür, sich auch Oberarztstellen trotz Kindern und Familie zuzutrauen. „Hier muss es auch bessere gesellschaftliche Rahmenbedingungen geben so­wie neue Arbeitszeitmodelle.“

Das findet auch Jana Pannenbäcker, Assistenzärztin an der Klinik für Innere Medizin in Hattingen. Sie spricht sich dafür aus, dass junge Ärztinnen gerade in der Zeit der Fami­lien­gründung mehr an die Hand genommen werden sollten.

Die fehlende Repräsentation von Frauen hat auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. In vielen klinischen Studien gibt es einen großen Gender-Bias. „Es gibt in der Medizin seit Langem ein Problem mit der Datenbasis von Studien“, betonte Brigitte Strah­wald, Ärztin und Epidemiologin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nun setzt sich diese Entwicklung auch beim Aufbau der Datensätze für die Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) fort.

„Wir haben viele KI-Studien in der Kardiologie, in denen aufgrund von Massendaten – ob es nun Zelldaten, genetische Daten oder Vitaldaten sind – Prädiktionsmodelle entwickelt werden, etwa im Hinblick darauf, ob der Patient in den nächsten Stunden oder Tagen einen Herzinfarkt entwickelt“, erläutert Sylvia Thun, Direktorin für E-Health und Interope­ra­bilität am Berliner Institut für Gesundheitsfor­schung (BIH) der Stiftung Charité.

Auch die Gendermedizin, das unterschiedliche „Kranksein“ von Frauen und Männern, wird zudem an den Fakultäten noch zu selten gelernt und ist nur punktuell in die Lehre inte­griert. Die Charité ist da bislang eine der wenigen Universitätskliniken mit einem Institut für Geschlechterforschung in der Medizin. © bee/aerzteblatt.de

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