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Digitalisierung: Viele begrüßen Apps und elektronische Rezepte

Montag, 9. März 2020

/DragonImages, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Viele Menschen in Deutschland stehen digitalen Gesundheits­diensten offen gegenüber. Vor allem junge Leute begrüßen Angebote wie elektronische Rezepte und elektronische Krankschreibungen, wie eine Umfrage der Beratungs­gesell­schaft PwC zeigt.

Allerdings sind die Skepsis gegenüber der Nutzung im Alltag und die Angst vor Da­ten­missbrauch groß. Und ältere Bürger ab 55 Jahren können sich mit elektronischen Diens­ten, die die Bundesregierung ausbauen will, weniger anfreunden.

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Konkret finden in der Umfrage, an der 1.000 Menschen teilnahmen, rund drei Viertel digi­talisierte Verwaltungsprozesse „sehr gut“ oder „gut“ – und ebenso Gesundheits-Apps auf Kosten der Krankenkasse. Diese können Patienten etwa bei der Einnahme von Arznei­mitteln unterstützen oder Blutzuckerwerte für Diabetiker dokumentieren.

60 Prozent begrüßen prinzipiell die Stärkung von Telemedizin, heißt es in der Umfrage. Ebenso groß ist die Zustimmung für die Idee, eine zentrale Gesundheitsdatenbank zu schaffen, auf die Forscher etwa zur Analyse von Therapien zugreifen könnten.

Gefragt, ob sie Dienste im Alltag nutzen würden, fällt die Zustimmung der Befragten aber nicht mehr so eindeutig aus. Eine Mehrheit gibt es noch für elektronisch übermittelte Krankschreibungen – 56 Prozent befürworten diese klar, 31 Prozent würden „vielleicht“ umsteigen.

Bei elektronischen Rezepten aufs Smartphone sagen 41 Prozent, sie könnten sich vor­stell­en, diese „auf jeden Fall“ zu nutzen, 35 Prozent antworten mit „vielleicht“. Während bei den 18- bis 34-Jährigen eine knappe Mehrheit für digitale statt Papier-Rezepte ist, halten sich über 55-Jährige zurück (33 Prozent).

Noch skeptischer sind Patienten bei Videosprechstunden: Nur 16 Prozent befürworten sie klar, 38 Prozent sind unentschieden. Auch hier ist bei den Älteren die Ablehnung groß. Und 46 Prozent aller Befragten können sich „nicht“ oder „eher nicht“ vorstellen, Teleme­dizin zu nutzen.

Groß sind zudem die Sorgen um Datenschutz. 93 Prozent der Befragten finden, persönli­che Daten sollten nicht ohne Zustimmung weitergegeben werden. 77 Prozent fürchten, dass ihre Daten an kommerzielle Anbieter gehen könnten. „Der Schutz von Patientenda­ten muss daher beim Ausbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur im deutschen Gesundheitswesen an oberster Stellen stehen“, sagte PwC-Gesundheitsexperte Michael Burkhart.

Die Bundesregierung will die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben. Seit dem das ausschließliche Fernbehandlungsverbot für Ärzte gelockert wurde, tüfteln auch Klinikbetreiber wie Rhön-Klinikum und Fresenius Helios an Telemedizinangeboten. Ärzte­vertreter mahnen, Datenschutz und die Einwilligung von Patienten müssten höchste Priorität haben.

Kassenärzte erwarten zunächst eine begrenzte Nachfrage nach neuen digitalen Angebo­ten für Patienten. „Bei manchen Krankheiten werden Apps sinnvoll und hilfreich sein und einen tatsächlichen Mehrwert bringen“, sagte jüngst der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.

„Dass es einen Hype gibt, glaube ich eher nicht.“ Bei elektronischen Patientenakten sei der Nutzen für Ärzte begrenzt. „Patienten haben das Recht, Daten für einen Arzt unsicht­bar zu stellen, was völlig in Ordnung ist.“ Aus der Akte könne daher aber auch keine Haf­tung für den Arzt entstehen.

Mit Blick auf elektronische Patientenakten, die Patienten ab 2021 zur freiwilligen Nut­zung angeboten werden sollen, sagte Gassen: „Es wird junge EDV-affine Patienten geben, die die digitale Akte in größerem Umfang nutzen – und andere, die sagen, das interessiert mich nicht.“ © dpa/aerzteblatt.de

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