NewsMedizinCOVID-19: 14-Tage-Quarantäne beinahe lückenlos erfolgreich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

COVID-19: 14-Tage-Quarantäne beinahe lückenlos erfolgreich

Dienstag, 10. März 2020

/sirichai, stock.adobe.com

Baltimore – Neue Berechnungen zur Inkubationszeit von COVID-19 bestätigen die Not­wen­digkeit einer 14-tägigen Quarantäne für Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung erst später ausbricht, ist nach den in den Annals of Internal Medicine (2020; doi: 10.7326/M20-0504) veröffentlichten Zahlen gering, aber nicht auszuschließen.

Die Inkubationszeit lässt sich nur bestimmen, wenn der Zeitpunkt der Infektion bekannt ist. Dies ist selten der Fall. Bei den 181 Patienten, deren Daten ein Team um Stephen Lauer von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore recherchierte, lieferte häufig die Reiseanamnese nach Wuhan den entscheidenden Hinweis, oder es ließ sich ermitteln, wann der Patient mit der Person zusammengetroffen war, bei der er sich ange­steckt hat.

Anzeige

Nach den Berechnungen von Lauer beträgt die mittlere Inkubationszeit von COVID-19 5,1 Tage (95-%-Konfidenzintervall 4,5 bis 5,8 Tage). Weniger als 2,5 % der infizierten Per­so­nen zeigten innerhalb von 2,2 Tagen (1,8 bis 2,9 Tage) Symptome. Bei 97,5 % der Infi­zier­ten traten die Symptome innerhalb von 11,5 Tagen (8,2 bis 15,6 Tage) auf.

Bis zum Auftreten von Fieber vergingen 5,7 Tage (4,9 bis 6,8 Tage). Bei 2,5 % der Patien­ten stieg die Körpertemperatur bereits innerhalb von 2,6 Tagen an, 97,5 % hatten spätes­tens 12,5 Tage nach der Exposition Fieber (8,2 bis 17,7 Tage).

Die Gefahr, dass bei der derzeit empfohlenen 14-tägigen Quarantäne eine Erkrankung übersehen wird, beträgt laut Lauer 101 auf 10.000 Personen. Personen, die nach dem Ende einer 14-tägigen Quarantäne Symptome entwickeln, sollten sich deshalb sofort in medizinische Behandlung begeben.

Die Inkubationszeit für COVID-19 wäre nach der Studie gleich lang wie für SARS. Bei MERS beträgt sie 5 bis 7 Tage. Die harmlosen Coronaviren, die für Erkältungskrankheiten zuständig sind, führen nach derzeitigem Kenntnisstand bereits nach 3 Tagen zu Sympto­men. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. April 2020
Vancouver − Eine lösliche Version der ACE2-Rezeptoren, über die SARS-CoV-2 in die Zellen eindringt, ist ein möglicher Ansatz für eine Behandlung von COVID-19. Laborexperimente in Cell (2020;
COVID-19: Lösliche ACE2-Rezeptoren sollen Viren stoppen
3. April 2020
Heinsberg – Im Landkreis Heinsberg kam es bereits im Februar 2020 zu einer Vielzahl von Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2. Viele der schwerer an COVID-19 erkrankten Patienten wurden und
Hospitalisierte Patienten mit COVID-19: Charakteristika der deutschlandweit bisher größten Kohorte
3. April 2020
Silver Spring/Maryland − Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Schnelltest zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 zugelassen. Der Test zeigt laut Hersteller innerhalb von 10 Minuten
USA: Erster Antikörpertest für SARS-CoV-2 zugelassen
2. April 2020
Frankfurt am Main − In der Coronakrise deckt sich Deutschland kurzfristig in großem Stil mit einem Präparat ein, das hilfsweise gegen die Lungenerkrankung COVID-19 zum Einsatz kommen soll. Wie
Deutschland deckt sich mit Hilfsmedikamenten gegen Coronavirus ein
1. April 2020
Oxford − Ein digitales „Contact Tracing“ über das Smartphone könnte die gegenwärtige SARS-CoV-2-Epidemie eindämmen und die gegenwärtigen Massenquarantänen („Lockdown“) vermeiden, rechnen
Digitales „Contact Tracing“ könnte SARS-CoV-2 aufhalten
1. April 2020
London – Die in den vergangenen Wochen eingeleiteten Einschränkungen im privaten und öffentlichen Leben haben nach Berechnungen britischer Epidemiologen in den letzten Wochen zwischen 21.000 und
Lockdown in Europa könnte bereits Zehntausende COVID-19-Todesfälle verhindert haben
1. April 2020
Washington - Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus signifikant verzögert.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER