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Ärzteschaft

Besondere Achtsamkeit bei Diabetes nur bei Begleiterkrankungen erforderlich

Mittwoch, 11. März 2020

/Goffkein, adobe.stock.com

Berlin – In Abwesenheit von Komorbiditäten und bei guter Blutzuckereinstellung haben Patienten mit Diabetes mellitus ein vergleichbares SARS-CoV-2-Infektionsrisiko wie Gesunde. Im Fall von Begleit- und Folgeerkrankungen wie kardiovaskulären Problemen und Organschäden kann die Erkrankung allerdings vermehrt schwere Verläufe nehmen. Darüber informierten Experten der Deutschen Gesellschaft für Diabetologie (DDG) heute in Berlin.

Alles, was bislang zu SARS-CoV-2-Infektionen bei Diabetespatienten bekannt ist, stammt aus der Untersuchung der gut 80.000 Infizierten in China. „Bei den chinesischen Diabetespatienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion liegt die Mortalitätsrate bei 6 bis 7 Prozent, berichtete DDG-Präsidentin Monika Kellerer. Entsprechende Zahlen für Deutschland liegen noch nicht vor.

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Allerdings gelte es zu bedenken, dass Diabetes grundsätzlich häufiger bei Älteren auftrete. Die beobachtete erhöhte Mortalität könnte somit auch mit dem Alter in Zusammenhang stehen. Dass Menschen höheren Alters ein höheres Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe haben, darauf wies erst heute morgen RKI-Vizepräsident Lars Schaade hin.

Ob es einen Unterschied zwischen Typ-2-Diabetes und Typ-1-Diabetes gibt, lässt sich momentan noch nicht mit Sicherheit sagen. „Es gibt einfach viel weniger Patienten mit Typ-1-Diabetes“, so Kellerer. Aber es sei anzunehmen, dass beim Typ-1-Diabetes gleichfalls gelte, dass bei wenig Nebendiagnosen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung bestehe.

Infektionsschutz durch gute Blutzuckereinstellung

Analog zur Influenza sei davon auszugehen, dass für den Krankheitsverlauf eine gute Blutzuckereinstellung hilfreich sein kann. „Hohe Zuckerwerte verschlechtern die Immunabwehr“, erklärte Kellerer. Deshalb empfiehlt die Fachgesellschaft Menschen mit Diabetes, auf eine stabile Blutzuckereinstellung zu achten.

Zudem raten die Diabetologen, generell die Infektionsschutzmaßnahmen des Robert- Koch-Instituts zu befolgen, etwa die Husten-Nies-Etikette und das gründliche Händewaschen.

Für Diabetespatienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen rät die DDG darüber hinaus zu „besonderer Achtsamkeit“. Sie sollten Situationen mit erhöhter Ansteckungsgefahr, etwa Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel und Gebiete mit bekannten Infektionsfällen, verstärkt meiden. © nec/aerzteblatt.de

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