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Medizin

Wie sich Lungenkrebs bei Europäern und Asiaten unterscheidet

Mittwoch, 11. März 2020

/decade3d, stock.adobe.com

Singapore/ Köln – Das Adenokarzinom der Lunge (LUAD) ist für jährlich über eine Million Todesfälle weltweit verantwortlich. Es ist bekannt, dass es sich zwischen Asiaten und Europäern deutlich unterscheidet: 40 bis 60 % der asiatischen LUADs weisen eine Mutation im EGF-Rezeptor auf, bei der kaukasischen Form trifft dies nur in 7 bis 10 % der Fälle zu.

Axel Hillmer, Leiter der Genomischen Pathologie an der Uniklinik Köln und der Medizi­nischen Fakultät, hat zusammen mit Wissenschaftlern und Klinikern in Singapur jetzt eine umfassende genomische Übersicht asiatischer LUADs zusammengestellt und die ethnischen Unterschiede zwischen Asiaten und Europäern charakterisiert.

Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Genetics erschienen (doi 10.1038/s41588-019-0569-6). Um ausreichend große Datenmengen für den Vergleich zu erhalten, haben die Wissenschaftler unter anderem die gesamten Exome (n=210) und Transkriptome (n=181) von 213 chinesischen LUAD-Patienten aus Singapur sequenziert.

Zur Erinnerung: Exome sind alle Abschnitte, die potenziell Proteine kodieren. Das Transkriptom ist die Gesamtheit aller zu einem Zeitpunkt in einer Zelle von der DNA in RNA umgeschriebenen Gene.

Die Wissenschaftler ergänzten ihre Datensätze mit zuvor veröffentlichten vollständigen Exomdaten von 92 Patienten. Sie konnten so die genetischen Details von 305 ostasia­tischen LUADs auswerten und mit Daten europäischer Karzinompatienten vergleichen.

Die Studie bestätigte laut den Forschern, dass sich die Mutationslandschaft der asiatischen Patienten von den kaukasischen unterscheidet, wobei die Prävalenz von Mutationen auch in vielen anderen Genen jenseits des EGF-Rezeptors unterschiedlich ist.

Die Analyse lieferte laut den Forschern 2 wichtige Erkenntnisse: Zum einen weist der asiatische rauchbedingte Lungenkrebs offenbar stabilere Genome auf. „Daraus lässt sich eine bessere Vorhersagegenauigkeit für Prognosen ableiten als für kaukasische LUADs“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Zum anderen konnten bei mehr als 1/3 der Asiaten höhere Entzündungswerte sowie stärkere Anzeichen von Immunzellen festgestellt werden. „Diese Ergebnisse können zu neuen Ansätzen für personalisierte Therapien führen, die speziell auf diese asiatische Untergruppe abzielt“, sagte Hillmer. © hil/aerzteblatt.de

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