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Interdisziplinäres Forschungsprojekt soll Versorgung von Schwindelpatienten verbessern

Mittwoch, 11. März 2020

/Andrey Popov, stock.adobe.com

München – Unter Leitung des Deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrums (DSGZ) in München wollen Ärzte und Wissenschaftler die Versorgung von Patienten mit Schwindel verbessern. Hausärzte, Fachärzte und die Experten des DSGZ arbeiten bei dem Projekt namens „PoiSe“ eng zusammen.

Ein digitales Diagnosesystem, Fortbildungsmodule und ein Expertennetzwerk sollen die behandelnden Haus- und Fachärzte bei der Entscheidungsfindung und der Versorgung der Schwindelpatienten unterstützen. Zum Einsatz kommt dabei auch ein neues videobasiertes Analysesystem, welches automatisierte Mustererkennungsverfahren nutzt, um Augenbewegungen, Gang und Stand zu analysieren und einem Krankheitsbild zuzuordnen.

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Die Patienten erhalten eine auf ihr Krankheitsbild personalisierte mobile Applikation (App), welche individuelle Informationen und Therapievorschläge liefert. Ferner überwacht ein intelligenter Algorithmus den Symptomverlauf und alarmiert die Patienten und den behandelnden Arzt bei unerwarteten Entwicklungen.

Zu den Partnern des Projektes gehören die AOK Bayern sowie die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). Die Evaluation werden Mitarbeiter des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg übernehmen. Der Innovationsfonds des gemeinsamen Bundes­aus­schusses fördert das Vorhaben mit rund 4,5 Millionen Euro.

Schwindel zählt in Deutschland zu den häufigsten Beschwerden, die zu einem Arztbesuch führen. Obwohl viele Schwindelursachen gut erkennbar und therapierbar sind, kommt es laut den Partnern in bis zu 40 Prozent der Fälle zu einer längeren Krankschreibung oder sogar Arbeitsunfähigkeit.

Das Programm wird zunächst in Bayern erprobt, soll aber als Muster für eine Ausweitung auf weitere Regionen, andere Erkrankungen und Patientengruppen dienen – insbeson­dere solche, bei denen eine enge und kurzfristige Zusammenarbeit von Ärzten verschiedener Fachrichtungen erforderlich ist. Teilnehmen an dem Projekt können AOK-versicherte Patienten über einen im Projekt eingeschriebenen Arzt. © hil/aerzteblatt.de

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