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Politik

RKI-Präsident Wieler fordert Solidarität von Unikliniken

Mittwoch, 11. März 2020

/picture alliance, Xinhua

Berlin – Der Präsident des Robert-Koch Institutes, Lothar Wieler, hat die deutschen Universitätskliniken zur Solidarität bei der Studienentwicklung und Publikation von Studien zu SARS-CoV-2 aufgefordert.

„Wir müssen jetzt koordiniert zusammenarbeiten und die Studien synchronisieren“, sagte Wieler in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) in Berlin. Er erklärte, dass derzeit viele Gespräche gemeinsam mit dem RKI sowie den Kliniken liefen, wie Forschung zu COVID-19 laufen könnte.

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„Es ist eine große Stärke von Deutschland, dass wir 37 leistungsstarke Kliniken haben“, so der RKI-Präsident. Er appellierte nun auch an „solidarische Maßnahmen“ trotz des hohen Publikationsdrucks in der Wissenschaft. Auch hier zeigte er sich überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit bessere Ergebnisse liefern würde.

Eine hohe Dunkelziffer an Erkrankungen in Deutschland sieht er nicht. „Wir konnten schon Mitte Januar in das Geschehen blicken und konnten so im Unterschied zu den anderen Ländern frühzeitig Tests angehen.“ Daher sei aus seiner Sicht auch der dramatische Verlauf in Italien nicht mit der derzeitigen Situation in Deutschland zu vergleichen. „Viele Länder auch in Europa sind schon viel weiter in der Epidemie drin, wir sind noch am Anfang, können aber schon viel erklären.“

Spahn und Merkel lobten die Arbeit und Expertise des RKI in der Pressekonferenz ausdrücklich. Die Expertise des Institutes sei auch von anderen europäischen Ländern gefragt, berichtete Spahn aus den Gesprächen mit den EU-Ge­sund­heits­mi­nis­tern. Auch in der anschließenden Befragung der Bundesregierung, die turnusgemäß Bundesgesund­heitsminister Spahn für die Bundesregierung absolvierte, gab es für das RKI wie auch die Mitarbeiter an Unikliniken und im Gesundheitswesen Applaus und Zuspruch.

Morgen sollen die Ministerpräsidenten der Länder zusammen kommen, um über ein koordiniertes Verfahren bei der Absage von der Veranstaltungen zu beraten. Auch Medizin-Experten sollen bei der Sitzung im Kanzleramt dabei sein.

Merkel und Spahn sprachen sich gegen Grenzschließungen aus. „Der Virus ist da. Grenzschließungen halten den Virus nur temporär auf, später kommt er wieder“, so Spahn. Auch Wieler ergänzt: „Es ist naiv, wenn man meint, das abriegeln zu können. Daher wollen wir eine Verlangsamung der Ausbreitung erreichen.“ © bee/aerzteblatt.de

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