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Gut ausgebildete KI-Experten im Gesundheitswesen sind gefragt

Mittwoch, 11. März 2020

/CNStock, stock.adobe.com

Mannheim/Heidelberg – Um das Potenzial der künstlichen Intelligenz (KI) in der Gesundheitsversorgung auszuschöpfen, ist es dringend erforderlich, eine neue Generation von Fachleuten auszubilden und medizinisches Personal weiter zu qualifizieren.

Dabei werden grundlegende digitale Fertigkeiten, biomedizinische und datenwissen­schaftliche Kenntnisse sowie Basiskenntnisse der Genomik künftig immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Transforming healthcare with AI: The impact on the workforce and organisations“, den das European Institute of Innovation & Technology (EIT) Health jetzt gemeinsam mit McKinsey & Company vorgestellt hat.

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Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen von KI auf die Arbeit und Ausbildung von Akteuren der Gesundheitsversorgung. Sie basiert auf Interviews mit 237 Fach- und Führungskräften des Gesundheitswesens, Investoren und Gründern von KI-Startups aus Europa, Nordamerika und Asien.

Derzeit wird der Studie zufolge KI in der Medizin vorwiegend in der Diagnostik angewendet. In den nächsten fünf bis zehn Jahren erwarten die Experten aber, dass die Mehrzahl der klinischen Entscheidungsfindungen die Reihe möglicher Anwendungen für KI anführen wird.

Als Anreiz für europäische Gesundheitssysteme, KI in der medizinischen Versorgung zügig zu nutzen, gilt der Mangel an qualifizierten Ärzten und medizinischen Fachkräften. So werden laut Schätzungen der WHO im Jahr 2030 weltweit 9,9 Millionen Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen fehlen.

Von einer breiten Einführung und Skalierung der KI in der Gesundheitsversorgung versprechen sich die Experten daher eine Abmilderung von Kapazitätsengpässen bei den Ressourcen, etwa durch eine effizientere Bewältigung von Verwaltungsaufgaben, die heute noch bis zu 80 Prozent der Zeit eines Mediziners beanspruchen können.

Auch eine bessere Einbindung medizinischen Personals in frühe Phasen der Entwicklung von KI-Anwendungen in der Gesundheitsversorgung halten die Experten für erforderlich. Derzeit waren der Umfrage zufolge 44 Prozent der Befragten noch nie an der Entwicklung oder Einführung von KI-Lösungen beteiligt.

Darüber hinaus fordern die Experten, dass die nationalen Gesundheitssysteme mit den Akteuren der Gesundheitsversorgung, der Wissenschaft und der Industrie zusammen­arbeiten sollten, um die Leistungserbringer im Gesundheitswesen zu unterstützen. Zudem sei sicherzustellen, dass die KI künftig ethisch, transparent und vertrauenswürdig eingesetzt und genutzt werde.

Derzeit entstehe eine „wachsende Zahl von greifbaren, wirkungsvollen und aufregenden KI-Lösungen für unsere Gesundheitssysteme“, erklärte Jorge Fernández García, Director of Innovation bei EIT Health e.V. und Co-Autor des Berichts. „Wir müssen jedoch die Generation der neuen Technologien, die diese Systeme entlasten können, mit der Fähigkeit koppeln, sie in die Versorgung zu integrieren“, damit Europa bei der Anwendung der KI nicht ins Hintertreffen gerate, mahnte er.

Das EIT ist eine unabhängige Einrichtung der Europäischen Union, die 2008 gegründet wurde, um Innovation und Unternehmertum in Europa zu fördern. Seit 2014 ist die Initiative auch im Bereich Gesundheit aktiv und arbeitet zurzeit mit rund 150 Partnern aus 14 Ländern an Lösungen für die großen Herausforderungen im Gesundheitsbereich. © KBr/aerzteblatt.de

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