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Medizin

Multiple Sklerose: Längerer Verlauf oft mit Fatigue verbunden

Mittwoch, 11. März 2020

/Philipimage, stock.adobe.com

Hannover – Im Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) leiden immer mehr Patienten unter einer Fatigue. Das berichtet die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Bundesverband, auf der Basis einer Auswertung des sogenannten MS-Registers.

Danach sind im ersten Jahr der Erkrankung 30,4 % der an MS Erkrankten betroffen. Im 3. Jahrzehnt der Erkrankung steigt diese Zahl auf 58,7 % an. „Insgesamt sind Frauen (53,9 %) etwas häufiger von Fatigue betroffen als Männer (47,6 %)“, berichtet die DMSG.

Die Tendenz zur Zunahme von Fatigue bei längerem MS-Verlauf zeige sich auch bei der Therapie der chronischen Erschöpfung: Mit zunehmender Krankheitsdauer ist laut der Gesellschaft ein Anstieg der Behandlungshäufigkeit von 25 auf 32 % festzustellen. Dieser Anstieg werde in erster Linie durch einen Anstieg der medikamentösen Therapie von 6 auf 13 % hervorgerufen. Die nicht-medikamentöse Behandlungshäufigkeit bleibe mit rund 20 % weitestgehend konstant.

Laut der DMSG hat die Fatigue bei MS mit hoher Wahrscheinlichkeit einen starken Einfluss auf das Berufsleben der Betroffenen. „Nach 5 bis 10 Jahren Erkrankungsdauer sind Patienten, die in ihrer Berufstätigkeit eingeschränkt sind, fast doppelt so häufig von Fatigue betroffen wie Patienten ohne Einschränkungen (74,6 gegenüber 39,8 %)“, erläutert die Gesellschaft.

Laut der DMSG leben in Deutschland rund 240.000 Patienten mit einer MS.
Für das MS-Register liefern im Augenblick 189 Zentren Daten. Die Angaben von 19.842 Betroffenen sind in die aktuelle Auswertung eingeflossen.

Typisch für das chronische Erschöpfungssyndrom Fatigue ist ein dauerhaft vorhandenes Müdigkeitsgefühl sowie Schwäche, Mattigkeit, Antriebs- und Energiemangel. © hil/aerzteblatt.de

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