NewsÄrzteschaftKünstliche Intelligenz könnte Vorsorge-Darm­spiegelungen künftig noch verlässlicher machen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Künstliche Intelligenz könnte Vorsorge-Darm­spiegelungen künftig noch verlässlicher machen

Mittwoch, 11. März 2020

/psdesign1, stock.adobe.com

Berlin – In den ersten zehn Jahren nach Einführung der gesetzlichen Darmkrebsfrüh­erkennung ist die Darmkrebssterblichkeit bei Männern ab 55 Jahren um fast 21 Prozent, bei Frauen dieser Altersgruppe um mehr als 26 Prozent gesunken. Daran hat die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) erinnert und dazu aufgerufen, die Vorsorgekoloskopie zu nutzen.

„Die Vorsorgekoloskopie zur Früherkennung von Darmkrebs gehört zu den effektivsten Früherkennungsmaßnahmen, die wir in der gesamten Medizin haben“, sagte Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen.

Anzeige

Laut der Fachgesellschaft werden Systeme Künstlicher Intelligenz (KI) die Darmkrebs­vorsorge künftig wahrscheinlich noch verlässlicher machen. Computergestützte lernfähige Systeme, die derzeit zunehmend in die klinische Anwendung gehen, würden dazu Ärzte unterstützen, indem sie während der Untersuchung Live-Bilder aus dem Darm analysierten und mit hoher Treffsicherheit verdächtige Stellen auf dem Monitor markierten, erläuterte Ulrich Rosien, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS und Leiter der Endoskopie am Israelitischen Krankenhaus Hamburg.

Er schränkte jedoch ein, aktuell seien diese Systeme Ärzten vor allem beim Aufspüren sehr kleiner Polypen unter fünf Millimeter überlegen. Auch sei aktuell noch offen, welche der KI-Anwendungen in der klinischen Praxis tatsächlich die besten Ergebnisse lieferten.
Die DGVS betont, dass die Koloskopie zur Darm­krebs­früh­erken­nung bereits jetzt ein hocheffektives Instrument sei.

„Deren Qualität hängt nicht allein von technischer Unterstützung des Arztes durch KI ab – ebenso wichtig ist beispielsweise, dass der Arzt über ausreichend Erfahrung verfügt und sich für die Untersuchung Zeit lässt“, sagte Helmut Messmann, Sekretär der Sektion Endoskopie der DGVS und Direktor der III. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Augsburg.

Ab dem Alter von 50 Jahren können Männer und Frauen mit dem immunologischen Stuhltest (iFOBT) jährlich ihren Stuhl auf verstecktes Blut untersuchen lassen. Zudem bietet das Früherkennungsprogramm Männern ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren eine Darmspiegelung an. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER