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Medizin

Kinder können von kurzem, intensivem Intervalltraining profitieren

Donnerstag, 12. März 2020

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Halle-Wittenberg – Ein hochintensives Intervalltraining (HIIT) im regulären schulischen Sportunterricht kann Übergewicht und Bluthochdruck bei Kindern reduzieren. Das berichtet ein Forschungsteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Medical School Berlin (MSB). Die Arbeit ist im International Journal of Sports Medicine erschienen (DOI 10.1055/a-1068-9331).

Beim hochintensiven Intervalltraining (HIIT) wechseln sich kurze Phasen intensiver körperlicher Belastung mit Erholungsphasen ab. „Interessanterweise entspricht genau diese intermittierende Belastungsform dem natürlichen Bewegungsverhalten von Kindern“, erläutert Sascha Ketelhut vom Institut für Sportwissenschaft der MLU.

Kinder gingen nicht unbedingt längere Strecken Joggen. Vielmehr entspreche es ihrem natürlichen Spiel- und Bewegungsverhalten, dass sich intensive Belastungsphasen und kurze Erholungsphasen ständig abwechselten, beispielsweise bei Lauf- und Fangspielen.

Die Arbeitsgruppe integrierte die Methode daher in den regulären Sportunterricht von Drittklässlern. Die ersten 20 Minuten machten die Kinder statt des üblichen Schulsports bewegungsintensive Spiele wie Staffelläufe mit kurzen Sprints oder kurze Zirkeleinheiten, die von kurzen Erholungszeiten unterbrochen wurden. „Wir haben dabei immer versucht, intensive Bewegungsformen auszuwählen, die aber zugleich Spaß machen“, so Ketelhut.

Die Trainingseinheiten wurden häufig mit Musik und Choreographien verbunden. Die Studie lief über drei Monate, konnte in dieser Zeit aber bereits Effekte erzielen. Sowohl in der Ausdauerleistungsfähigkeit als auch beim Blutdruck zeigten sich laut den Wissenschaftlern signifikante Verbesserungen über den Versuchszeitraum hinweg.

„Je höher die Intensität ist, desto größer scheinen die Anpassungseffekte auch bei Kindern zu sein“, so Ketelhuts Fazit. Die Ergebnisse sprächen dafür, HIIT in den regulären Sport­unterricht zu integrieren, da diese Trainingsmethode effektiv, motivierend und kindgerecht zugleich sei. Das Training sei zudem sehr zeitökonomisch und lasse sich gut in das reguläre Schulsportcurriculum integrieren. © hil/aerzteblatt.de

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