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Medizinstudierende fordern Sonderregeln für PJ-Fehlzeiten­regelung bei SARS-CoV-2-Qua­rantäne

Donnerstag, 12. März 2020

/dpa

Berlin – Die aktuelle Fehlzeitenregelung für Medizinstudierende im Praktischen Jahr ist für die augenblickliche SARS-CoV-2-Pandemie nicht angemessen. Das kritisiert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) und fordert eine Sonderregelung.

Hintergrund: Die aktuelle Fehlzeitenregelung im PJ des Medizinstudiums sieht bis zu 30 Fehltage im gesamten PJ vor, wovon höchstens 20 Fehltage pro Tertial in Anspruch genommen werden können. In gesplitteten Tertialen dürfen in einigen Bundesländern keinerlei Fehltage bezogen werden. Falls die maximal gestattete Anzahl an Fehltagen durch die Studierenden überschritten wird, muss das betroffene Tertial, gegebenenfalls auch das gesamte PJ, wiederholt werden und die Studienzeit verlängert sich dementsprechend.

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Die bvmd fordert, dass die in Anspruch genommenen Fehltage durch eine Infektion mit SARS-COV-2 oder durch eine behördlich angeordnete Quarantäne nicht als Fehltage berücksichtigt werden.

Die augenblickliche Regelung „begünstigt, dass sich PJ-Studierende aus Angst vor einer längeren Quarantäne beziehungsweise Isolation gegebenenfalls nicht auf SARS-CoV-2 testen lassen, Kontakt zu infizierten Personen oder einen stattgehabten Aufenthalt in einem Hochrisikogebiet verschweigen oder trotz Krankheitssymptomen in die Klinik gehen.

Diese Situation stellt sowohl für besonders infektanfällige Patienten als auch für Kollegen eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefährdung dar“, warnt die Medizinstudie­rendenvertretung.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Intensität und Dauer des Austauschs mit einem COVID-19-Patienten in drei Kategorien ein.

In die Kategorie I fallen Kontaktpersonen mit engem Kontakt zu einer infizierten Person. Sie haben dem RKI zufolge ein „höheres Infektionsrisiko“. Medizinisches Personal wird in diese Kategorie eingeordnet, wenn es im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung (≤ zwei Meter Distanz) ohne Schutzausrüstung Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte. Für diese Personen empfiehlt das RKI neben anderen Maßnahmen eine häusliche Absonderung.

Medizinisches Personal, das sich ohne Verwendung adäquater Schutzbekleidung im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufgehalten, aber eine Distanz von zwei Metern nie unterschritten hat, fällt dagegen in die Kategorie II der Kontaktpersonen. Bei ihnen wird von einem „geringeren Infektionsrisiko“ ausgegangen.

Eine 14-tägige Quarantäne empfiehlt das RKI nur für Kontaktpersonen der Kategorie I und einige Kontaktpersonen der Kategorie II, falls diese einem erhöhten Expositionsrisiko ausgesetzt waren.

Einen weiteren für Studierende wesentlichen Aspekt greift das deutsche Studentenwerk (DSW) auf: Es appelliert an die Bundesländer, an die Hochschulen und an das fürs BAföG verantwortliche Bundesministerium für Bildung und Forschung, mögliche Verschie­bungen des Vorlesungsbeginns im Sommersemester 2020 so zu gestalten, dass die Studierenden mit BAföG keine Probleme bekommen.

„Die Zeitverschiebung bis zum tatsächlichen Start des Sommersemesters 2020 muss verbindlich und offiziell als ‚vorlesungsfreie Zeit‘ deklariert werden. Denn während der vorlesungsfreien Zeit läuft die BAföG-Förderung weiter. So wird sichergestellt, dass die bereits geförderten Studierenden nicht in ein finanzielles Loch fallen, sondern ihr BAföG lückenlos weiterbeziehen“, sagte der DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. © hil/aerzteblatt.de

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