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Politik

Die Deutschen stehen einer Zuckersteuer offen gegenüber

Donnerstag, 12. März 2020

/stockphoto-graf, stock.adobe.com

Göttingen – Viele Deutsche befürworten politische Interventionen für eine gesunde Ernährung, also zum Beispiel eine sogenannte Zuckersteuer. Das berichten Wissen­schaftler der Abteilung für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen in der Fachzeitschrift Nutrients (doi 10.3390/nu12020516).

Die Wissenschaftler haben in einer Online-Befragung mehr als 1.000 Verbraucher zu verschiedenen, aktuell diskutierten Maßnahmen wie Werbeverboten für Kinderlebens­mittel mit hohem Zuckergehalt und Zucker- sowie Softdrink-Steuern befragt. Die Gruppe der Befragten entspricht im Alter, Geschlecht, Bildung und Region dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung.

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Insgesamt befürworten gut 60 Prozent der Bürger ernährungspolitisches Handeln des Staates. Je nach Instrument zeigen sich Zustimmungswerte zwischen 34 und 79 Prozent. Ein Viertel der Befragten ist beim Thema Ernährungspolitik gleichgültig. Lediglich elf Prozent sind grundsätzlich ablehnend.

Die Vermutung, dass sich zum Beispiel Menschen mit einer Leidenschaft für Süßes eher gegen eine Zucker-Steuer aussprechen, bestätigte sich nicht. Rund 17 Prozent der Befragten, die solche Schwierigkeiten einräumen, befürworten deutlich weitreichende staatliche Einflussnahme. Rund zwölf Prozent hingegen lehnen sie ab. Bei Menschen, die sich gesund ernähren, befürworten 33 Prozent ernährungspolitische Maßnahmen. Aber auch hier gibt es bei zwölf Prozent der Befragten eine ablehnende Haltung.

„Die Politik hat die Forderungen von Ärzteorganisationen und Krankenkassen nach einem entschlossenen Vorgehen im Kampf gegen ungesunde Ernährung bisher häufig mit dem Verweis auf eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz zurückgewiesen. Diese Argumentation ist zu pauschal“, sagte Anke Zühlsdorf, Projektleiterin der Studie, die im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes erfolgte. © hil/aerzteblatt.de

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