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Politik

Deutsche würden private Daten zur Bekämpfung des Coronavirus freigeben

Freitag, 13. März 2020

/phonlamaiphoto, stock.adobe.com

München – In Krisenzeiten ist die Mehrzahl der Deutschen bereit, deutliche Eingriffe in ihre Privatsphäre zu akzeptieren, wenn sich die Gesamtsituation dadurch verbessern lässt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Softwareherstellers Usercentrics. Demnach würden 63,8 Prozent der Deutschen während der Coronakrise auf ihren persönlichen Datenschutz verzichten, um sich selbst oder andere vor dem Virus zu schützen.

Konkret würden 71,9 Prozent der Deutschen freiwillig persönliche Gesundheitsdaten, Bewegungsprofile oder soziale Kontaktpunkte mit öffentlichen Institutionen wie dem Robert-Koch-Institut teilen, 60,4 Prozent personenbezogene Daten wie E-Mail, Telefonnummer oder Aufenthaltsorte zuständigen Behörden überlassen, um vorab über Gefahren informiert zu werden. Mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) der Deutschen würde zudem öffentlichen Stellen gestatten, das persönliche Bewegungsprofil zu nutzen, um die Verbreitung des Virus nachzuvollziehen und mehr als zwei Drittel (69,5 Prozent) befürworten vor diesem Hintergrund die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung bei Reisedaten. Rund 66,8 Prozent, wären sogar bereit, sich als Betroffener namentlich in eine öffentliche Datenbank eintragen zu lassen, um Dritte zu warnen. Lediglich beim Thema Social Media bleiben die Deutschen skeptisch: Hier würden nur 39,9 Prozent ihre Profil-Daten freigeben.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung den Ernst der Lage erkannt hat und einer Datenverwertung zum eigenen Schutz und dem Schutz Dritter zustimmt“, unterstreicht Usercentrics-CEO Mischa Rürup. Dementsprechend gelte es nun, zügig digitale Maßnahmen einzuleiten, um einen datengetriebenen Ansatz im Kampf gegen Corona und andere Infektionskrankheiten zu entwickeln. © hil/sb/aerzteblatt.de

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