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Medizin

Malaria: Tripletherapie soll Artemisinin-Resis­tenzen aufhalten

Dienstag, 17. März 2020

/dpa

Bangkok – Die Erweiterung der Artemisinin-basierten Kombinationstherapie um einen 3. Wirkstoff hat in einer randomisierten Studie die Behandlung der Malaria tropica in Südostasien verbessert, wo sich derzeit Stämme von P. falciparum ausbreiten, die zunehmend gegen Artemisinin und die Partnersubstanzen resistent sind. Die Ergebnisse wurden jetzt im Lancet (2020; doi: 10.1016/S0140-6736(20)30552-3) vorgestellt.

Die Artemisinin-basierte Kombinationstherapie (ACT) hat in den letzten Jahrzehnten die Malaria tropica weltweit zurückgedrängt. Seit einigen Jahren breiten sich jedoch in der Mekong-Region P. falciparum aus, die nur noch vermindert auf Artemisinin ansprechen.

Da auch Resistenzen gegen die Partnersubstanzen Mefloquin und Piperaquin verbreitet sind, könnte sich die Artemisinin-Ära dem Ende zuneigen. In der Vergangenheit haben sich mehrfach Malaria-Resistenzen von Südostasien ausgehend nach Afrika ausgebreitet, wo es die meisten Todesfälle vor allem bei Kindern gibt.

Die Triple ACT (TACT) ist ein Versuch, die Ausbreitung der Artemisin-Resistenz wenn nicht zu verhindern, so doch zu verlangsamen, bis neue Wirkstoffe entwickelt wurden. Nach den jetzt von einem Team um Arjen Dondrop von der Mahidol Universität in Bangkok vorgestellten Ergebnissen scheint das Konzept – vorerst jedenfalls – aufzugehen.

In 8 Ländern in Asien und Afrika wurden 1.100 Patienten mit akuter unkomplizierter P. falciparum-Malaria auf die dort übliche TCT oder auf eine TACT randomisiert, bei der ein 3. Wirkstoff zum Einsatz kam.

In Thailand, Kambodscha und Vietnam, wo die Artemisinin-Resistenz bereits weit verbreitet ist, bestand die ACT aus Dihydroartemisinin plus Piperaquin. Bei der TACT erhielten die Patienten zusätzlich Mefloquin. Die Ergebnisse waren eindeutig. Während nach der TCT nur 48 % der Patienten nach 42 Tagen frei von P. falciparum waren, erreichte die TACT bei 98 % eine Ausheilung.

In den anderen Regionen, in denen noch keine Resistenzen gegen Artemisinin aufge­treten sind, waren TCT und TACT gleichwertig, wobei die Zusammensetzung der TCT und der TACT keine Rolle spielte.

Da die TACT gut vertragen wurde – vielleicht mit der Ausnahme einer QTc-Verlängerung im EKG, die bei 6 Patienten zu einem Wechsel auf die ACT zwang – könnte sich die TACT in den nächsten Jahren zu einem Standard entwickeln. Sie könnte auch außerhalb von Südostasien eingesetzt werden, da sie nach Ansicht der Forscher die Chance bietet, die Ausbreitung der Artimisinin-Resistenz aufzuhalten. © rme/aerzteblatt.de

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