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Medizin

Neue Psychose-Unter­gruppen sollen zielgerechte Behandlung fördern

Mittwoch, 18. März 2020

/yamasan, stock.adobe.com

München – Eine Arbeitsgruppe um Nikolaos Koutsouleris von der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München hat Patienten mit vorwiegend bipolaren oder schizophrenen Diagnosen in 5 neue Untergruppen von Psychosen eingeteilt. Das soll eine gezieltere und wirksamere Behandlung ermöglichen. Die Wissenschaftler haben die neue Systematik im Journal of the American Medical Association beschrieben (JAMA Psychiatry, doi 10.1001/jamapsychiatry.2019.4910).

Die Forscher erfassten zunächst bei 1.223 Patienten mit den klassischen Psychose-Diagnosen insgesamt 188 verfügbare Variablen zur Krankheitsgeschichte, zu den Symptomen, zur Leistungsfähigkeit und Kognition. Mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens werteten die Forscher den Datenpool aus und fahndeten nach bislang unbekannten Mustern.

Die Datenanalyse lieferte 5 Untergruppen. „Die Studie zeigt, dass wir den Computer nutzen können, um zu überdenken, wie Menschen mit etablierten Psychose-Symptomen diagnostiziert werden“, bewertete der Erstautor Dominic Dwyer die Methodik.

So entstanden die 5 Untergruppen „hochfunktionelle affektive Psychose“, „suizidale Psychose“, „depressive Psychose“, hochfunktionelle Psychose“ und „schwere Schizophrenie“.

Jede der Gruppen lasse sich auf Datenbasis klar von anderen Gruppen unterscheiden, so Koutsouleris. Patienten der Gruppe 5 hätten beispielsweise als Kernfaktoren eine Schizophrenie-Diagnose, einen deutlich niedrigeren Bildungsgrad, geringe verbale Intelligenz, waren meist männlich und hatten ausgeprägte Symptome einer Psychose, nicht aber einer Depression oder Manie.

Bei Gruppe 2 wiederum war die Suizidneigung stark ausgeprägt. Die Einteilung wurde zudem erfolgreich bei einer unabhängigen Testgruppe von 458 Personen bestätigt.

„Unsere Analysen legen nahe, dass eine unvoreingenommene, datengesteuerte Clusterbildung helfen kann, das Risiko von Patienten besser zu erfassen mit dem Ziel, die Prognose- und Behandlungspräzision zu erhöhen“, sagte Dwyer. Die Psychose-Untergruppen könnten helfen, die Behandlung genauer auf die Patienten zuzuschneiden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 24. März 2020, 00:06

@Heli Lange

Ist zwar richtig - aber eine Therapie erfordert zunächst die Einordnung des Krankheitsbilds nach einem Schema, das ähnliche Störungen zusammenfasst, um eine möglichst passgenaue Therapie zu beginnen.
Die Alternative wäre ein reines "Trial-and-Error"-Vorgehen, das den Patient*innen noch weniger gerecht wird als eine Einordnung "in Schubladen"
Avatar #810440
Heli Lange
am Montag, 23. März 2020, 21:59

unrichtiger Behandlungsansatz

Es gibt gena soviele individuelle Psychen, wie es Menschen gibt. Menschen in Schubladen zu sortieren finde ich behandlungsbedürftig unabhängig von der Anzahl der Schubladen.
Avatar #59087
Saßmannshausen
am Donnerstag, 19. März 2020, 16:45

unkorrekte Zuordnung

Liebe Redaktion, der Artikel gehört zum Themenbereich "Psychiatrie" und nicht Psychotherapie. Bitte ändern Sie dies.
Rüdiger Saßmannshausen
Psychiater
LNS

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