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Ausland

Sozialdienste in der Lombardei geraten unter Druck

Montag, 16. März 2020

/picture alliance, AP Photo

Rom/Mailand – In der besonders von der Corona-Krise betroffenen Region Lombardei wird die Arbeit für Sozialdienste schwierig. Es fehle an Schutzausrüstung und Desinfek­tions­mittel, sagte der Sprecher der katholischen Caritas Ambrosiana in Mailand, Francesco Chiavarini, heute.

Ehrenamtliche in der Armenfürsorge und der Obdachlosenhilfe brauchten sichere Arbeitsbedingungen. „Wenn wir die Dienste schließen, müssen Menschen auf der Straße übernachten und bekommen nichts zu essen“, warnte der Sprecher.

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Die kommenden Tage bezeichnete Chiavarini als „sehr heikel“ für Mailand. Wenn die Epidemie in der Stadt selbst ausbreche, wäre die medizinische Versorgung „komplett in der Krise.“ Schon jetzt sei das Gesundheitssystem stark belastet. Gestern gaben italie­nische Medien die Zahl der Infizierten in der Millionenstadt Mailand mit rund 700 an, im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße deutlich weniger als in der übrigen Lombardei.

Bislang halte die Caritas ihre Dienste für Benachteiligte aufrecht, wenngleich unter „großen Anstrengungen“, sagte Chiavarini. Ausgabestellen für Lebensmittel hätten sogar ihre Kapazitäten erhöhen müssen. Wegen der geschlossenen Schul-Mensen seien wirtschaftlich schwache Familien mit Kindern verstärkt auf Hilfe angewiesen.

An die staatliche zentrale Beschaffungsstelle für Schutzausrüstungen appellierte die Caritas, zivilgesellschaftliche Hilfsorganisationen nicht zu vergessen. Chiavarini betonte, es gebe natürlich eine Prioritätenliste; bei der Versorgung seien „in erster Linie die Ärzte“ zu berücksichtigen. Ob man Partnerorganisationen im Ausland um Unterstützung mit Schutzmitteln bitte, sei „gut abzuwägen“, sagte der Caritas-Sprecher; auch dort könne der Notstand eintreten.

Unterdessen schrieb die Caritas Ambrosiana vor, dass Ehrenamtliche, deren Einsätze Kontakt mit anderen Personen voraussetzen, jünger als 65 Jahre und bei guter Gesundheit sein müssen. Zum dadurch bedingten Ausfall von Senioren in Freiwilligen­diensten sagte der Sprecher, es gebe „eine neue Sparte von Personen, die mehr Zeit haben“ und die ihre Hilfe in Pfarreien und Beratungszentren anböten. Konkret nannte er Studenten, die wegen der Schließung der Universitäten zu Hause bleiben müssen.

Die Caritas im Erzbistum Mailand beschäftigt nach Eigenangaben 200 Mitarbeiter in zentralen Hilfseinrichtungen; 3.800 Ehrenamtliche sind auf Pfarreiebene tätig. Zu den angebotenen Diensten zählen Armen-Mensen, eine Obdachlosenunterkunft, Ausgabe­stellen für Lebensmittel und Kleidung, Sozialkaufhäuser und Beratungsstellen. © kna/aerzteblatt.de

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