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Medizin

Krebserkrankungen und Krebstherapien während der Corona-Pandemie

Montag, 16. März 2020

/RFBSIP, stock.adobe.com

Heidelberg – Krebserkrankte sollten zu ihrem Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 die entsprechenden Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen besonders sorgfältig beachten, vor allem, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist.Darauf weist der Krebsinformations­dienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hin.

„Angemessene Hygienemaßnahmen sind für alle Menschen in Deutschland sinnvoll. Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem sollten sie immer einhalten. Sie schützen auch vor anderen Erregern, wie zum Beispiel dem Grippevirus“, informiert der Informationsdienst.

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Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Wer ein erhöhtes Infektionsrisiko habe, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, sollte den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandeln­den Ärzten abwägen. „Individuell kann dann über die Verschiebung der Therapie entschie­den werden“, so die DGHO.

Ein besonderes Risiko bei Virusinfektionen der oberen Luftwege sind laut der Fach­gesellschaft Co-Infektionen. „Vor allem Co-Infektionen durch Bakterien und Pilze haben entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Patienten sollen mit ihren behandelnden Ärzten über das individuelle Risiko sprechen“, empfiehlt die DGHO.

Blutübertragungen

Laut der DGHO liegen im Augenblick keine Berichte über die Übertragung von COVID-19 durch Blutübertragungen vor. Personen mit Infektionen und Personen, die in den letzten 4 Wochen Kontakt zu jemandem mit einer ansteckenden Krankheit hatten, würden in Deutschland nicht zur Blutspende zugelassen. Der Arbeitskreis Blut des Robert- Koch-Instituts sieht kein Risiko einer COVID-19-Infektikon durch Blutspenden (Stand 13. März).

Das DKFZ weist daraufhin, dass die Evidenz zum Einfluss von COVID-19 auf eine maligne Erkrankung bislang gering ist: „Derzeit gibt es lediglich Informationen aus Fallberichten, wie Krebspatienten auf einen Kontakt mit dem Virus reagieren.

Es ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist (Immun­suppression), schneller und möglicherweise auch schwerer erkranken als Gesunde“, so der Informationsdienst. © hil/aerzteblatt.de

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