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Medizin

Neues Verfahren könnte Coronavirus-Test­kapazitäten drastisch steigern

Montag, 16. März 2020

/dpa

Silver Spring/Basel – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat in einem Notfall-Verfahren eine neue SARS-CoV-2-Testmethode zugelassen, welche die SARS-CoV-2-Testkapazitäten auch in Deutschland drastisch nach oben treiben könnte.

Der neue Test kann auf den bereits in vielen Laboren weltweit vorhandenen Hochdurch­satz­plattformen des Schweizer Pharmaunternehmens Roche durchgeführt werden. Insgesamt ließen sich so monatlich Millionen an Tests durchführen, deren Ergebnisse nach jeweils 3,5 Stunden vorlägen, heißt es in einer Mitteilung von Roche.

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Mehr als 4.100 Patientenproben kann die Hochdurchsatzplattform „cobas 8800“ am Tag vollkommen automatisiert auswerten. Bei der Plattform „cobas 6800“ sind es mehr als 1.400 Proben in 24 Stunden. Der CE-IVD-Test sei neben den USA auch in Märkten erhältlich, die die CE-Kennzeichnung akzeptierten, so das Unternehmen.

Die bisherigen Tests auf SARS-CoV-2 sind nur für Testgeräte mit einem geringen Durchsatz ausgelegt. Diese Tests, die auch von anderen Unternehmen angeboten werden, müssen einzeln manuell ausgeführt werden und erfordern einen hohen personellen Aufwand.

Manche Länder haben aufgrund fehlender Testkapazitäten bereits damit aufgehört, alle Verdachtsfälle zu testen. In Deutschland scheinen die Testkapazitäten derzeit noch auszureichen. Es gebe aktuell zwar einige lokale Engpässe bei der Testung, berichtete Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) heute in Berlin. Diese ließen sich aber durch Ausweichen auf weiter entfernt liegende Labore noch ausgleichen. „Insgesamt sehe ich das Problem derzeit nicht.“

Dennoch erinnerte er daran, dass asymptomatische Patienten nicht untersucht werden sollten, um die Labore nicht zu überlasten. Das komme immer noch vor, sagte er.

SARS-CoV-2-Nachweis auf HIV-Screening-Plattformen

Die Hochdurchsatzplattformen von Roche stehen dem Unternehmen zufolge in allen großen Labors auf der Welt und sind normalerweise für das systematische Screening auf Infektionen wie HIV gedacht. Die rund 800 installierten Hochleistungsgeräte könne man nun auch für die automatisierte Detektion des Coronavirus einsetzen.

Der auf den cobas-Plattformen durchgeführte Test weist sowohl spezifisch SARS-CoV-2 als auch allgemein die Untergattung der Sarbecoviren nach, zu denen SARS-CoV-2 gehört. Es ist ein Real-time-PCR-Test, der qualitativ virale Nukleinsäuren in Rachenabstrichen detektiert. © nec/aerzteblatt.de

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