NewsMedizinKinder und Stadtbewohner nehmen am meisten Antibiotika ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Kinder und Stadtbewohner nehmen am meisten Antibiotika ein

Mittwoch, 25. März 2020

/Tobias Arhelger, stock.adobe.com

Bonn – Die meisten Antibiotika werden von Patienten genommen, deren Erkrankung keinen Klinikaufenthalt erfordert. In Deutschland machen diese Fälle rund 85 % aller Antibiotika-Verschreibungen aus. Das berichten Wissenschaftler der Universität Bonn im International Journal of Hygiene and Environmental Health (DOI 10.1016/j.ijheh.2020.113497).

Die Forscher haben 73 Publikationen zur Antibiotika-Nutzung im ambulanten Sektor ausgewertet. „Dabei interessierten uns nicht nur individuelle Parameter wie Alter oder Bildung, sondern auch geografische Zusammenhänge sowie soziokulturelle Faktoren“, erklärt Dennis Schmiege aus der Arbeitsgruppe.

Zusammen mit Timo Falkenberg hat er 592 Variablen ausgewertet und zu 46 Gruppen zusammengefasst. Für jede der Gruppen ist in der Übersichts-Arbeit aufgeführt, ob sie nach aktueller Studienlage als wesentliche Einflussfaktoren für den Antibiotikagebrauch zu werten sind. Relativ gut belegt ist demnach, dass Kinder und Senioren häufiger Antibiotika einnehmen als Menschen mittleren Alters. Ein höherer Bildungsstand wirkt dagegen eher bremsend.

Dies gilt aber nur für Deutschland und andere wohlhabende Länder. In anderen Ländern kehrt sich dieser Zusammenhang laut der Analyse um – „wahrscheinlich, weil es dort eher die besser ausgebildeten Menschen sind, die entweder Zugang zum Gesundheits­system haben oder die sich den Besuch beim Arzt oder den Kauf eines Medikaments überhaupt leisten können“, vermutet Schmiege.

Bei den geografischen Parametern sticht unter anderem die Diskrepanz zwischen Stadt und Land ins Auge: Einige der Veröffentlichungen zeigen, dass die Antibiotika-Nutzung in urbanen Gebieten höher ist. „Wir vermuten, dass das etwas mit dem besseren Zugang zu Arztpraxen und Apotheken zu tun hat“, erläutert Schmiege.

Die Studie wurde im Rahmen des NRW-Forschungskollegs „One Health and urbane Transformation“ durchgeführt, ein vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW finanziertes Graduiertenkolleg.

Dieses wird von der Universität Bonn in Kooperation mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) und der United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) in Bonn durchgeführt. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER