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Politik

CureVac: „Es gab kein Angebot aus den USA“

Dienstag, 17. März 2020

/cassis, stock.adobe.com

Berlin/Tübingen – Jüngste Medienberichte über einen mutmaßlichen Versuch der USA, sich exklusiven Zugriff auf einen möglichen SARS-CoV-2-Impfstoff aus Deutschland verschaffen, haben für Diskussion gesorgt. Doch dem Unternehmen CureVac zufolge hat es nie ein entsprechendes Angebot gegeben, wie der derzeitige CEO Franz-Werner Haas heute klarstellte.

Wie es zu den Gerüchten und auch den verschiedenen Reaktionen hochrangiger deutscher Politiker auf das angebliche Angebot gekommen sei, konnte sich Haas bei einer heute kurzfristig angesetzten Pressekonferenz des Unternehmens nicht wirklich erklären.

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Bei dem Besuch des damaligen CureVac-CEO Daniel Menichella im Weißen Haus habe es sich um einen Round Table von verschiedenen Unternehmen gehandelt, die alle an einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 forschten. Auch er habe keinerlei Angebote erhalten, die die derzeitigen Gerüchte erklären könnten.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Auseinandersetzung um die Tübinger Impf­stoff-Firma CureVac beendet, wie sie gestern erklärte. Das Thema sei am Wochen­ende von der Bundesregierung geklärt worden, sagte Merkel in Berlin.

Wie das Deutsche Ärzteblatt bereits gestern berichtete, erteilte sowohl die Firmenspitze des Unternehmens als auch Hauptanteilseigner Dietmar Hopp diesbezüglichen Bestre­bungen umgehend eine Absage.

Der mutmaßliche Versuch der US-Regierung, sich Exklusivrechte an der Impfstoff­entwicklung von CureVac zu sichern, hatte auch den Kreis der G7-Staaten beschäftigt. Darüber habe er bereits mit seinen Kollegen aus Kanada, Südkorea, Brasilien und Australien gesprochen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe gestern.

„Deutsche Forscher sind führend an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt, in weltweiten Kooperationen. Wir können nicht zulassen, dass sich andere ihre Forschungsergebnisse exklusiv aneignen wollen.“

Gespräche habe es, so Haas, mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula van der Leyen, gegeben. Die Kommission will CureVac bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 unterstützen.

„Die EU hat deren Forschung früh unterstützt und wird nun wieder finanziell helfen“, teilte von der Leyen in Brüssel mit, nachdem sie und Forschungskommissarin Mariya Gabriel mit CureVac telefoniert hatten. Es gehe darum, so schnell wie möglich einen Impfstoff zu finden, „der der ganzen Welt hilft“.

Haas zufolge ging es in dem Gespräch um Mittel aus dem Topf der koordinierten EU-Maßnahmen auf COVID-19 in Höhe von 80 Millionen Euro.

Phase-I-Studie möglicherweise im Frühsommer

Seit Januar forscht CureVac an einem Impfstoff gegen das Coronavirus und wird dabei bereits von der öffentlich-privaten Initiative zur beschleunigten Entwicklung von Impfstoffen gegen aufkommende Infektionskrankheiten CEPI mit rund 7,5 Millionen Euro unterstützt. Deutschland ist Gründungsmitglied von CEPI.

Der Impfstoff basiert auf der mRNA eines Oberflächenproteins von SARS-CoV-2. Wird die mRNA in die Zellen eingeschleust, reicht dies aus, um eine Immunreaktion des Körpers auszulösen, erklärte CureVac-Chief Technology Officer Mariola Fotin-Mleczek. Phase-I-Tests seien für den frühen Sommer geplant. © dpa/nec/aerzteblatt.de

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