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Politik

Spahn ruft zu Solidarität und Unterstützung von Helfern auf

Dienstag, 17. März 2020

Bayern, München – Jens Spahn (CDU), Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter, nimmt nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts an einer Online-Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil. /picture alliance

München – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat alle Bürger angesichts der massiven Einschränkungen im Alltagsleben wegen der COVID-19-Erkrankungen zur Solidarität aufgerufen. „Wir werden diese Situation bewältigen, wenn wir zusammen­stehen, wenn wir besonnen bleiben und aufeinander acht geben“, sagte Spahn heute in München.

Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, gebe es nunmehr die tiefsten Einschnitte in den Alltag der Bürger in der Geschichte der Bundesrepublik. Jeder brauche vielleicht auch ein paar Tage, um die Veränderungen zu realisieren und sich darauf einzustellen.

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Es gelte nun, Zeit zu gewinnen und sie für weitere Vorbereitungen für eine steigende Zahl von Infizierten zu nutzen. Das gelte für höhere Kapazitäten in den Kliniken und Schutz­konzepte für Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen, die Risiko­gruppen sind. Für alle im Gesundheitswesen sei es jetzt eine Zeit der Höchstbelastung. Ärzte und Pflegekräfte könnten nicht ins Homeoffice, sondern sie seien es, auf die sich die Bevölkerung nun verlasse.

Spahn hob eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in dieser Situation hervor. Manchmal brauche es im Föderalismus mit Entscheidungen ein, zwei Tage länger, bei der Umsetzung zeige er dann aber seine Stärke.

Bayern habe beispielsweise beschlossen, zur Entlastung des medizinischen Personals bei den bayerischen Gesundheitsbehörden sollen 400 Beamte aus anderen Behörden zeitweise abgeordnet werden. Die Mitarbeiter sollten aus Behörden abgezogen werden, die derzeit wegen der Krise weniger zu tun haben, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute in München. Spahn und Söder traten gemeinsam in einer Pressekonferenz auf, nachdem der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter an einer Kabinettssitzung der bayerischen Landesregierung teilgenommen hatte.

Die abgeordneten Beamten könnten beispielsweise organisatorische Aufgaben und die Arbeit an Telefon-Hotlines übernehmen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn lobte die Entscheidung als wichtigen Schritt im Kampf gegen das Virus.

„Ich bin beeindruckt von der Intensität, mit der an dem Thema gearbeitet wird“, betonte er. Es sei nicht nur wichtig, Zeit zu gewinnen, sondern diese müsse auch genutzt werden, um zusätzliche medizinische Kapazitäten aufzubauen. Die bayerische Landesregierung akquirierte Söder zufolge bereits 500 Medizinstudenten zur Unterstützung der medizinischen Hilfe. Diese Zahl könne auf bis zu 5.000 erhöht werden.

Auf der Pressekonferenz sprach Spahn auch die aktuellen Medienberichte über die Verbreitung des Coronavirus nach Kontakten in Skigebieten an.

„Das Ausbruchsgeschehen, das wir im Moment haben, hat viel zu tun mit den Rückkehrern aus dem Skiurlaub“, sagte der CDU-Politiker. Er verwies etwa auf Südtirol, Österreich und die Schweiz. Das Risiko, das aus dem regen Austausch in Skigebieten entstanden sei, solle man nicht unterschätzen. Etwa auch das Ausbruchsgeschehen in Dänemark habe damit zu tun. Spahn bekräftigte daher den Aufruf an Heimkehrer aus diesen Skigebieten, möglichst zwei Wochen zu Hause zu bleiben.

Der Minister kündigte an, das Robert-Koch-Institut (RKI) damit zu beauftragen, auch Zahlen zu genesenen Coronapatienten zu ermitteln.

Dies sei zur Einordnung für die Bürger wichtig. Er erläuterte generell, dass der Unter­schied zwischen statistisch erfassten neuen Fällen und nicht bemerkten Infektionen auch wegen teils fehlender Symptome jeden Tag größer werde. © bee/dpa/afp/aerzteblatt.de

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