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Ärzteschaft

KV Nordrhein fordert finanziellen Schutzschirm auch für Praxen

Dienstag, 17. März 2020

/dpa

Düsseldorf – Die COVID-19 Epidemie in Deutschland und die Maßnahmen zu ihrer Verlangsamung sind für Arztpraxen nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich eine Belastungsprobe. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hingewiesen und einen „Schutzschirm“ für Praxen gefordert, analog zu den Maßnahmen, die für Krankenhäuser angekündigt sind.

„In den Praxen unserer Mitglieder herrscht Ausnahmezustand, wie wir auch an der Zahl der Fragen und Mitteilungen sehen – allein gestern haben uns über 4.000 Anrufe erreicht, das ist mehr als ein Viertel unserer Praxen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KV, Frank Bergmann.

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Der öffentliche Appell an die Bevölkerung, möglichst zu Hause zu bleiben, habe zwangs­läufig Auswirkungen auf die Praxen und die medizinische Versorgung. „Wir müssen die Zahl der nicht dringend erforderlichen Arztbesuche reduzieren, um das Infektionsrisiko für Patienten und das Praxispersonal so klein wie möglich und die Versorgung von schwer und chronisch kranken Patienten aufrechtzuerhalten“, sagte Bergmann und betonte, man dürfe auch die reguläre Versorgung, unabhängig von der Corona-Pandemie, nicht aus dem Blick verlieren.

Das gelte für den ambulanten ebenso wie für den stationären Bereich. „Dass die Politik den Krankenhäusern dafür flankierende finanzielle Maßnahmen zusagt, um ihnen ein wirtschaftliches Überleben in diesen Krisenzeiten zu ermöglichen, ist richtig. Das muss dann aber ebenso für den ambulanten Sektor gelten“, forderte Bergmann.

Denn veränderte Versorgungsstrukturen und sinkende durchschnittliche Fallzahlen führten im System der ambulanten vertragsärztlichen Vergütung zwangsläufig zu Wirtschafts­einbußen, die kompensiert werden müssten.

Nur dann hätten die KVen den erforderlichen Spielraum, aktuell erforderliche Versorgungs­schwerpunkte zu etablieren und die Versorgung nach den jeweils aktuellen Erfordernissen zu steuern. „Wir brauchen kurzfristig einen finanziellen Schutzschirm für die Praxen“, so Bergmanns Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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