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EU-Kommission warnt vor Fake News

Mittwoch, 18. März 2020

/cbies, stock.adobe.com

Berlin – Informationen sollten nicht unkritisch weiterverbreitet werden. Diesen Appell veröffentlichte heute die Europäische Kommission. Desinformationen zu COVID-19 schüren Angst und Unsicherheit. Es sei trotzdem wichtig, die neuesten Entwicklungen zu verfolgen.

„Nehmen Sie sich vor arglistigen und irreführenden Fake News und Desinformationen in Acht – überprüfen Sie anhand verlässlicher Quellen“, hieß es auf dem Twitter-Kanal der EU-Kommission. Gesicherte Informationsquellen seien die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) sowie die Gesundheitsbehörden oder in Deutschland das Robert-Koch-Institut (RKI).

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Um dem gefährlichen Halbwissen zu begegnen richtete die WHO bereits eine „Myth Busters“ Webseite ein. Hier versucht die Organisation Mythen aufzuklären: Das Besprühen des Körpers mit Alkohol oder Chlor helfe nicht gegen eine Infektion, ebenso wenig wie Antibiotika oder Nasenspray.

Gemeinsamer Kampf gegen Desinformation

Unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete die Deutsche Presseagentur gestern, „gezielte große „fake news“-Kampagnen – etwa aus dem Ausland – seien noch nicht registriert worden.“

Jedoch wurden in den vergangenen Tagen immer wieder kleine Falschmeldungen über Messengerdienste und Soziale Netzwerke gestreut.

„Wer in dieser herausfordernden Zeit Fake News streut und weiterverbreitet, handelt völlig verantwortungslos und verschlimmert die Situation“, kritisierte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Sie forderte die Online-Netzwerke dazu auf, Falschmeldungen schnell zu löschen und die Nutzer zu blockieren, von denen sie ausgingen.

Das Problem ist den Plattformen bekannt. Im Laufe des gestrigen Dienstags schlossen sich Google, Facebook, YouTube, Twitter, Reddit, Microsoft und LinkedIn zusammen, um gemeinsam verlässliche Informationen zu fördern und Fake News zu bekämpfen. In den vergangenen Tagen hatten sich die Betreiber der großen Sozialen Medien hauptsächlich auf Betrugsversuche konzentriert, beispielsweise mit angeblichen Heilmitteln.

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) verurteilte die Desinforma­tionen scharf. Diese könnten „Panik, Hamsterkäufe und Konflikte auslösen“, sagte er heute dem Spiegel.

Der Politiker rief die Bundesregierung dazu auf, rechtliche Wege zu schaffen um zur Ab­schreckung Bußgelder verhängen zu können. Seiner Meinung nach müssten öffentliche Falschbehauptungen über die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versor­gung aber auch Ursachen, Ansteckungswege und Therapie der Erkrankung COVID-19 verboten werden.

Fake News erkennen

Der Verein „Deutschland sicher im Netz“ gibt Tipps zur Identifikation von Falsch­meldungen: Besonders absurde, seltsame oder lustige Meldungen solle man hinterfragen.

Die Behauptungen würden häufig vage und unvollständig formuliert. Auch werde die Quelle oft abstrakt gehalten, zum Beispiel, wenn sich auf „einen Arzt“ berufen wird. Zudem lohne sich die Frage, wer von einer Meldung profitieren könnte – bei einer einseitigen Meldung sei auch Lobbyarbeit denkbar.

Vereinsgeschäftsführer Michael Littger appelliert an die Vernunft: „Menschenverstand anschalten!“ Wenn eine exklusive Nachricht nur über Soziale Medien verbreitet werde, sei grundsätzlich erstmal Vorsicht geboten. „Echte Meldungen werden hingegen meist von seriösen Nachrichtenportalen aufgegriffen“, erläutert Littger.

Der Verein rät dazu, Menschen oder Institutionen die in einer Meldung erwähnt werden oder von ihr betroffen sind, darauf aufmerksam zu machen. © jff/aerzteblatt.de

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