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Politik

Reinhardt: Spahns Haltung zu tödlichen Medikamenten richtig

Mittwoch, 18. März 2020

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) rät, bei Informationen genau hinzusehen. /picture alliance, Kay Nietfeld
Berlin – Im Streit um die verweigerte Aushändigung todbringender Medikamente an Suizidwillige hat sich der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, hinter Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gestellt.

„Ich teile hier Spahns Auffassung“, sagte Reinhardt dem Tagesspiegel heute. „Solange nicht gewährleistet ist, dass prozedural überprüft wird, ob der Suizidwunsch selbstbes­timmt entstanden ist und nicht beispielsweise aus einer behandelbaren Depression heraus rührt, hätte ich mich als Minister in gleicher Weise verhalten.“ Wenn der Staat Suizidwilligen todbringende Medikamente überlasse, müsse die Autonomie solcher Entscheidungen überprüfbar sein: „Dazu braucht es ein Regelwerk.“

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe verlangt nach Ansicht des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums keine Freigabe tödlicher Medikamente.

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„Die Auslegung des Betäubungsmittelrechts und insbesondere die Frage, ob das Bundes­institut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Erwerb eines tödlich wirkenden Betäubungs­mittels zum Zweck der Selbsttötung erlauben muss, war nicht Gegenstand des Verfahrens“, heißt es zur Begründung. Auch das Bonner Bundesinstitut bestätigte dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass entsprechende Anträge keine Aussicht auf Erfolg hätten.

Dass die Karlsruher Richter das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe gekippt haben, mache es den Medizinern nicht leichter, sagte Reinhardt: „Die innerärztliche Debatte wird neu hochkochen.“ Und die Bundes­ärzte­kammer werde sich erneut mit ihrer Musterberufs­ordnung befassen müssen. In dieser steht bislang, dass Ärzte keine Hilfe zur Selbsttötung leisten dürfen.

Als „weise“ bezeichnet Reinhardt im Gegensatz dazu die Formulierungen einiger Lan­des­ärz­te­kam­mern, wonach Ärzte das nur nicht „sollten.“ Auf diese Weise, so der Ärztepräsident, mache man klar, dass Sterbehilfe im Einzelfall zulässig sei, man die Suizidassistenz aber nicht auf regelhaftes ärztliches Handeln ausgedehnt haben wolle. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #775725
wrdammrich
am Freitag, 20. März 2020, 14:56

EDITIERFUNKTION

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Avatar #820388
Robert Fies
am Donnerstag, 19. März 2020, 11:12

vertippt

"...sprechen musste", nicht "sprechen wollte". Leider gibt es keine Edit-Funktion für Kommentare.
Avatar #820388
Robert Fies
am Donnerstag, 19. März 2020, 11:03

Dystopie BRD

Schon erstaunlich, dass selbst ein ganz klares Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das den selbstbestimmten, humanen Tod als Grundrecht aller Bürger ausdrücklich betont hat, die praktische Verfügbarkeit von Natrium-Pentobarbital nicht beeinflussen kann. Ich habe als Privatbürger absolut kein Verständnis dafür, dass mir so eine triviale und existenziell-fundamentale Option von der Staatsgewalt weggenommen wird. Selbst Haustiere erhalten das Mittel hierzulande zum Einschläfern. Ich halte diese ganze Diskussion komplett für lächerlich und beleidigend. Fünf Jahre haben wir uns jetzt beleidigen lassen mit verfassungsfeindlichem Murks wie dem §217, ein peinlicher Skandal, dass das Bundesverfassungsgericht hier ein Machtwort sprechen wollte. Und jetzt sind wir, wie schon 2014, wieder in der Situation, dass das NaP nicht erhältlich ist, weil der Herr Jens Spahn eine persönliche Religion hat, die leider mit Grundrechten deutscher Bürger nicht vereinbar ist. Da kann man schon mal qualvoll abkratzen, macht ja nix, die Theologen im deutschen Ethikrat sehen das ja genauso...

Wie dumm, wie irrational, so einen ideologischen Krieg gegen die Kerninteressen der eigenen Staatsbürger zu führen. Wehe uns, wenn es mal eine echte Krise geben würde, eine Pandemie zum Beispiel, und diese ideologisch verbohrten Laberer immer noch an der Macht sitzen würden... oh, warte.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 18. März 2020, 19:17

Ausgenommen Gott

Der Umstand, dass jemand gleicher Ansicht ist wie man selbst, ist kein Kriterium für die Richtigkeit der Ansicht, es denn man ist Gott.
LNS

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