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Personalengpässe wegen COVID-19: Medizinische Dienste bieten Unterstützung an

Mittwoch, 18. März 2020

/dpa

Essen – Auch die Medizinischen Dienste der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) bieten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der sich abzeichnenden Engpässe in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung ihre Unterstützung an.

„Vorstellbar ist, dass MDK-Mitarbeiter dem gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungssystem und für öffentliche Stellen, wie zum Beispiel die Gesundheitsämter vor Ort, zur Verfügung gestellt werden. Die Situation erfordert es, dass alle Kräfte gebündelt werden, um gemeinsam die Pandemie zu bekämpfen“, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes, Peter Pick.

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte dies bereits angeregt: „MDK-Ärzte müssen in Fieberambulanzen, Pflegeheimen, wenn nötig auch in Krankenhäusern aushelfen“, erklärte die DKG vorgestern gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Bei der Ausgestaltung der Unterstützung ist laut Pick noch festzulegen, in welchen konkreten Aufgabenfeldern dringender Bedarf bestehe und welche Qualifikation das dafür gesuchte Personal haben sollte. Darüber hinaus sei zu klären, wie die rechtlichen Bedingungen für die Unterstützungsleistungen der Medizinischen Dienste zu gestalten seien.

„Diese Fragen werden derzeit zwischen der MDK-Gemeinschaft, dem GKV-Spitzenverband und den zuständigen Ministerien geklärt, um eine solche Unterstützung ermöglichen zu können“, hieß es von den Medizinischen Diensten.

Auch verschiedene Ärztekammern rekrutieren im Augenblick zusätzliche Mediziner für die Versorgung: Die Ärztekammer Nordrhein hat dazu rund 8.000 Ärzte angeschrieben, die maximal fünf Jahre aus der Versorgung ausgeschieden sind und um Mitarbeit bei der Telefonberatung der 116117 oder für Hotlines in den Regionen zum Beispiel im Gesundheitsamt gebeten. Rund 200 Kollegen haben sich laut der Kammer bislang dafür gemeldet.

Ebenso die Ärztekammer Baden-Württemberg: Sie hat vor zwölf Tagen damit begonnen, Ärzte „außerhalb der Regelversorgung“ anzuschreiben, um sie angesichts der zuneh­menden Ausbreitung des Coronavirus für eine Mitwirkung an Maßnahmen in ihren Stadt- oder Landkreisen zu gewinnen, beispielsweise für die Tätigkeit in Abstrichzentren, im ärztlichen Fahrdienst und dergleiche.

„‚Außerhalb der Regelversorgung‘ bedeutet: Ärzte, die derzeit eine Tätigkeit nicht direkt in der Behandlung von Patienten ausüben, also beispielsweise in der Verwaltung und bei Behörden, in der Pharmaindustrie, im Journalismus, in beschäftigungsfreien Intervallen und in Elternzeit uns so fort. Darüber hinaus wurden und werden auch Ärzte kontaktiert, die ihre ärztliche Tätigkeit in letzter Zeit aufgegeben haben und nun Pensionäre sind“, informiert die Kammer.

„Erfreulich viele ärztliche Kollegen haben sich bei uns gemeldet, die in der aktuellen Situation mitarbeiten wollen“, berichtet der Kammerpräsident Wolfgang Miller. Bislang seien es mehr als 500 Ärzte und die Zahl der freiwilligen Meldungen steige weiter. „Unsere Mitglieder erkennen den dringenden Bedarf an ärztlicher Arbeitskraft und wollen dazu beitragen, die gesundheitliche Versorgung zu verstärken“, sagte der Kammerpräsident. © hil/aerzteblatt.de

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