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Tübinger Mediziner wollen Medikament gegen COVID-19 testen

Mittwoch, 18. März 2020

Lunge von SARS-CoV-2 befallen /MegGraphic, stock.adobe.com
/MegGraphic, stock.adobe.com

Tübingen – Das Malariamittel Chloroquin konnte in Zellkulturen die Vermehrung des SARS-CoV-2 hemmen. Die University of Oxford untersucht die Wirkung derzeit in einer plazenbokontrollierten Studie mit 10.000 Teilnehmern. In Spanien am Lihir Medical Centre werden 2.900 positiv getestete COVID-19-Patienten im Rahmen einer Studie Chloroquin in Kombination mit Darunavir/Cobicistat erhalten. Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin will jetzt das Medikament testen.

Der Institutsdirektor Peter Kremsner teilte heute mit, die placebokontrollierte Studie soll in der kommenden Woche bei einer moderat an Covid-19 erkrankten Testgruppe begonnen werden. Der Antrag für die Studie sollte heute bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht werden. Zuvor hatte der SWR berichtet.

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Laut Kremsner ist Chloroquin schon sehr lange als Mittel gegen Malaria auf dem Markt. In China und Italien seien sehr viele COVID-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamente bekommen hätten. „Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet“, sagte Kremsner.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere klinische Studien initiiert, in denen die Sicherheit und Wirksamkeit von Remdesivir, Chloroquin und anderen Wirkstoffen bei COVID-19 untersucht werden sollen. Eine Übersicht dazu ist im Deutschen Ärzteblatt erschienen.

Deutschland hat sich nach Angaben der Bundesregierung Zugriff auf die als mögliches Coronavirus-Medikament gehandelte Arznei Chloroquine gesichert. „Wir haben für die Bundesrepublik Deutschland bei Bayer bereits größere Mengen Chloroquine reserviert“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

„Gleichzeitig begleiten unsere Behörden alle Studien dazu mit Hochdruck“, sagte Spahn. Man wolle schnell wissen, ob dieses Medikament bei Corona hilft. © dpa/afp/gie/aerzteblatt.de

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