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Senioren stehen Robotern aufgeschlossen gegenüber

Mittwoch, 18. März 2020

/Chopard Photography, stock.adobe.com

Jena – Ältere Menschen in Deutschland stehen Robotern – zum Beispiel in der Pflege – aufgeschlossen gegenüber. Eine in der Wissenschaft häufig vermutete Roboterskepsis bei Senioren kann eine neue Studie von Psychologen der Universität Jena nicht bestätigen.

„Entscheidend für die Akzeptanz von Robotern sei gewesen, wie menschlich die Maschinen gestaltet waren“, berichten die Forscher um Stefan Schweinberger in der Fachzeitschrift Computers in Human Behaviour (doi 10.1016/j.chb.2020.106256).

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Die Forscher zeigten für ihre Studie 30 rund 70 Jahre alten und 30 rund 20 Jahre alten Probanden Videos von verschiedenen Robotern. Die Versuchspersonen sollten dabei bewerten, ob sie den jeweiligen Roboter sympathisch oder bedrohlich empfinden, und ob sie ihn sich als täglichen Begleiter vorstellen könnten.

„Die älteren Probanden schätzten die Maschinen dabei deutlich positiv ein – und standen ihnen sogar aufgeschlossener gegenüber als die jüngere Vergleichsgruppe“, so Schweinberger. Es sei zwar nur eine relativ kleine Versuchsreihe, zwei weitere bisher noch nicht publizierte Jenaer Studien kämen aber zum gleichen Ergebnis.

Entscheidend sei gewesen, wie menschlich die Maschinen gestaltet waren, ob sie also beispielsweise Gesichtszüge, Arme und Beine aufwiesen und wie menschenähnlich diese wirkten.

„Die neuen Erkenntnisse könnten möglicherweise Hilfestellung beim Design von Service-Robotern geben“, berichten die Wissenschaftler.

Robotik könnte künftig einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen leisten und die Arbeit von Pflegepersonal erleichtern. Zu dieser Einschätzung kommt der Deutsche Ethikrat in einer Mitte März veröffentlichten Stellungnahme „Robotik für gute Pflege“, die sich mit Chancen und Risiken der Robotertechnologie in der Pflege befasst.

Wichtig sei, dass der Einsatz von Robotertechnik zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetze und die Technologie nicht gegen den Willen der Betroffenen oder zur bloßen Effizienzsteigerung genutzt werde. Zudem müssten die Betroffenen in die Entwicklung der Techniken einbezogen werden, so der Ethikrat. © hil/aerzteblatt.de

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