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Ärzteschaft

Marburger Bund fordert Anspruch auf Kindernotbetreuung für alle Angehörigen medizinischer Berufe

Mittwoch, 18. März 2020

/dpa

Murnau – Der 2. Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Andreas Botzlar, hat eine Ausweitung der Notbetreuung für Kinder während der Coronakrise auf alle Angehörigen der medizinischen Berufe gefordert.

Bislang haben Eltern nur einen Anspruch auf eine Notbetreuung, wenn beide Elternteile in systemrelevanten Berufen arbeiten oder wenn sie alleinerziehend sind. „Das geht an der Mehrheit derer vorbei, die einen Bedarf haben“, kritisiert Botzlar gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

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„Denn oft ist es ja heute noch so, dass der Mann der Hauptverdiener ist. Deshalb werden sich die Familien dafür entscheiden, dass die Frau zu Hause bleibt, auch, wenn sie in einem systemrelevanten Beruf arbeitet.“

Botzlar hält es darüber hinaus für problematisch, wenn in Kindergärten Notbetreuungs­gruppen zusammengefasst werden. „Dadurch erhöht sich das Risiko, dass sich Infektionen verbreiten“, sagt er. „Besser wäre es, die vorhandenen Gruppen auszudünnen.“

„Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm“

Bislang gebe es durch Ärzte oder Pflegekräfte, die wegen der Kinderbetreuung zu Hause bleiben, noch keine Probleme in der Versorgung, „denn bislang gibt es noch keine relevanten Ausfälle von Angehörigen medizinischer Berufe durch eine Infektion mit dem Coronavirus“, sagt Botzlar. „Bislang herrscht in den meisten Kliniken noch die Ruhe vor dem Sturm.“

In den BG Kliniken Murnau, in denen Botzlar als Oberarzt arbeitet, wurden alle geplanten Operationen, soweit medizinisch vertretbar, abgesagt. Zudem gibt es keine Sprech­stunden mehr und keine Reha-Folgebehandlungen. „Auch in die Notaufnahme kommen zurzeit nur sehr wenige Patienten“, erzählt Botzlar. „Momentan ist es ziemlich leer auf den Fluren.“

In den BG Kliniken Murnau gibt es zwei Intensivstationen mit jeweils 22 Betten. Eine dieser Stationen ist komplett für COVID-19-Patienten reserviert. Dazu kommen zehn Plätze im Aufwachraum.

„30 Patienten könnten wir insofern auf jeden Fall zeitgleich beatmen“, sagt Botzlar. „Bis jetzt haben wir jedoch noch keinen Coronapatienten auf der Intensivstation. Wann die Patienten kommen und wie viele es sein werden, weiß man nicht. Man kann nur versuchen, sich so gut wie möglich vorzubereiten.“ © fos/aerzteblatt.de

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