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Medizin

BfR: Keine Ansteckung mit SARS-CoV-2 über kontaminierte Lebensmittel bekannt

Donnerstag, 19. März 2020

/flashpics, stock.adobe.com

Berlin - Es ist mittlerweile hinreichend bekannt, dass SARS-CoV-2 über Tröpfchen­infektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Allerdings herrscht in der Bevölkerung Verunsicherung, ob man sich auch über kontaminierte Lebensmittel anstecken kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat deshalb seine Informationen zur Übertragung des Virus aktualisiert.

Demnach gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Auch für andere Coronaviren seien keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt.

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Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel unwahrscheinlich ist, erinnert das Institut an die allgemeinen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebens­mitteln. Da die Viren hitzeempfindlich sind, könne das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

Die bisher bekannten Coronaviren SARS und MERS sind kälteunempfindlich und können bei minus 20 Grad Celsius bis zu 2 Jahre im gefrorenen Status infektiös bleiben. Ob dies auch für SARS-CoV-2 gilt und möglicherweise eine Ansteckungsgefahr von kontami­nierter Tiefkühlkost ausgehen könnte, ist derzeit noch unbekannt.

Aber ebenso wie bei frischen Lebensmitteln gibt es bisher keine Hinweise zu Infektions­ketten von SARS-CoV-2 über den Verzehr von tiefgekühlten Lebensmitteln.

Sorgfältiges Geschirrspülen reicht als Schutz vor Ansteckung wohl aus

Grund­sätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Besteck oder Geschirr gelangen und auf diesen festen Oberflächen eine Zeit lang überleben.

Eine Ansteckung über Besteck und Geschirr in Restaurants oder Kantinen erscheint dem BfR zufolge dann möglich, wenn das Virus über das Besteck oder über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. Dem BfR ist jedoch bisher keine Infektion mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt.

Das Institut geht zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass gründliches Geschirrspülen vor einer Ansteckung schützt: Coronaviren wie SARS-CoV-2 gehören zu den behüllten Viren, deren Erbgut von einer Lipidschicht umhüllt ist. Sie reagieren empfindlich auf Alkohole oder Tenside, die als Fettlöser in Seifen und Geschirrspül­mitteln enthalten sind.

Wenngleich für SARS-CoV-2 hierfür noch keine spezifischen Daten vorlägen, sei es hoch wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird.

Das gelte insbesondere auch dann, wenn im Geschirrspüler das Geschirr mit 60 Grad Celsius oder höherer Temperatur gereinigt und getrocknet werde.

Besondere, über das Übliche hinausgehende Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Noro- oder Grippeviren im Umgang mit Geschirr und Besteck seien auch in Alten- und Pflegeheimen nicht erforderlich. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #821815
Surfile
am Montag, 23. März 2020, 14:22

Gefahr bei "feuchten" Lebensmittel auf dem Markt?

Guten Tag,
wir haben immer Oliven, Aufstriche und andere eingelegte Lebensmittel auf einem Marktstand gekauft. Der Verkäufer ist übrigens auch sehr gesprächig (Tröpfchenverteilung...) Kann das Corona-Virus über diese Lebensmittel verbreitet werden, könnten wir uns durch Verzehr dieser Produkte anstecken? Ich höre sonst immer nur von Einschätzungen bzgl. "trockener" Lebensmitteloberflächen. Des weiteren Oliven und Co werden ja weder gewaschen noch erhitzt.
Danke im Voraus!
Surfile
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