NewsÄrzteschaftPalliativmediziner stellen Handlungsempfehlung zur Therapie von Patienten mit COVID-19 vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Palliativmediziner stellen Handlungsempfehlung zur Therapie von Patienten mit COVID-19 vor

Donnerstag, 19. März 2020

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat eine Handlungs­empfehlung zur Therapie von Patienten mit COVID-19 vorgestellt. Grundlage der Empfehlungen ist die S3-Leitlinie Palliativmedizin.

„Wir müssen in der Akutmedizin auf eine Häufung von Sterbefällen mit den Leitsymp­tomen Luftnot und Angst vorbereitet sein. Die Palliativmedizin möchte mit ihren heute veröffentlichten Handlungsempfehlungen sowie individueller Beratung die Kollegen auf den Akutstationen unterstützen und stärken“, erklärte der Vizepräsident der Fachgesell­schaft, Bernd Oliver Maier, Chefarzt für Palliativmedizin und Onkologie in Wiesbaden.

„Wir müssen zum frühestmöglichen Zeitpunkt Entscheidungen über mögliche Therapie­eskalationen oder Therapielimitationen vor dem Hintergrund der Kenntnisse über Vorerkrankungen treffen.

Das heißt, beim ersten Kontakt mit dem Patienten sind Inhalte von Vorausverfügungen regelhaft zu erfragen. Eine gut dokumentierte Festlegung zur Therapieeskalation kann Patienten vor Therapiemaßnahmen bewahren, die vor dem Hintergrund einer oder mehrerer schwerer Grunderkrankungen nicht zielführend sind“, sagte Wiebke Nehls, Oberärztin der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin und Bereichsleitung Palliativmedizin. Dies sei auch wichtig, um die medizinischen Ressourcen sinnvoll zu verteilen.

Claudia Bausewein, Vorstandsmitglied der DGP und Chefärztin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Klinikum der Ludwigs-Maximilans-Universität Münche, betonte die Bedeutung von medikamentösen Maßnahmen zur Symptomkontrolle: „So zählt zu den medikamentösen Maßnahmen mit guter Evidenz die Gabe von oralen oder parenteralen Opioiden. Retardierte Opioide mit einem kontinuierlichen Wirkspiegel zeigen eine bessere Linderung der Atemnot als nicht-retardierte Formen“, erinnerte sie.

Die Handlungsempfehlung geht auch auf die symptomatische Therapie von Unruhe und Angst ein. Die DGP empfiehlt bei Patienten, die Medikamente oral einnehmen können, die Gabe von Lorazepam und gegebenfalls Midazolam.

Neben der Behandlung von COVID-19-Patienten ist es laut der Fachgesellschaft wichtig, die palliativmedizinische Versorgung im ambulanten und stationären Sektor trotz erschwerter Rahmenbedingungen aufrecht zu erhalten. „Dies wird eine große Solidarität unter allen Mitarbeitenden im Gesundheitswesen erfordern“, so die DGP. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. März 2020
Berlin – Noch immer handelt es sich bei dem Großteil der Atemwegsinfekte um Influenza oder Erkältungskrankheiten. Eine klinische Unterscheidung zu SARS-CoV-2-Infektion sei schwierig bis unmöglich,
COVID-19: Neue S1-Leitlinie gibt Empfehlungen für die hausärztliche Praxis
23. März 2020
Berlin – Eine neue sogenannte Patientenleitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden verstehen und bewältigen“ soll Patienten, Angehörigen und Behandlern helfen, funktionelle Körperbeschwerden besser zu
Neue Patientenleitlinie zu funktionellen Beschwerden
20. März 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) haben als federführende Fachgesellschaften eine aktualisierte S3-Leitlinie
Aktualisierte S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom vorgestellt
6. März 2020
Berlin – Internationale Leitlinien empfehlen, bei Patienten mit Verdacht auf eine myokardiale Ischämie eine nichtinvasive Untersuchung durchzuführen, bevor über eine Revaskularisierung entschieden
Eine Entscheidungshilfe für den richtigen Ischämietest
28. Februar 2020
Koblenz – Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) hat erstmals eine S3-Leitlinie „Kardiologische Rehabilitation im deutschsprachigen Raum
Erste S3-Leitlinie zur kardiologischen Rehabilitation erschienen
28. Februar 2020
Berlin – Ein neues Handbuch der kirchlichen Wohlfahrtsverbände und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) soll die Begleitung sterbender Menschen in Hospizen verbessern. Anhand eines
Handbuch für Begleitung Sterbender in Hospizen vorgelegt
26. Februar 2020
Berlin – Das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe, dass der 2015 eingeführte Strafrechtsparagraf 217 zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung gegen das Grundgesetz
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER