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Politik

Coronakrise: Medizinprodukte­hersteller fordern freien Warenverkehr

Donnerstag, 19. März 2020

/felipecaparros, stock.adobe.com

Melsungen/Berlin – Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), Meinhard Lugan, hat die Politik aufgefordert, den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union so schnell wie möglich wieder herzustellen.

„Zurzeit ist der Warenverkehr an vielen Stellen unterbrochen“, sagte Lugan heute auf dem Virtuellen DRG-Forum. Um den Medizinprodukteherstellern zu helfen, medizinische Schutzausrüstung oder Beatmungsgeräte zur Verfügung zu stellen, müssten die neu aufgebauten Normen und Blockaden „innerhalb von Tagen“ aus dem Weg geschaffen werden.

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Es sei zurzeit ein enormer Aufwand, die Lieferketten aufrechtzuerhalten, betonte Lugan, der zugleich Vorstand des Medizinprodukteherstellers B. Braun Melsungen ist. „Die Vorgaben ändern sich stündlich. Unsere Logistikpartner haben sehr viel zu tun, das System aufrechtzuerhalten.“

Produktionsumstellung dauert mehrere Monate

B. Braun Melsungen sei zurzeit in der Lage, die Bestandskunden zu versorgen. „Wir können aber keine Extrabedarfe produzieren“, sagte Lugan. „Wenn Regierungen, wie jetzt in Frankreich, damit beginnen, große Mengen an Beständen zu beschlagnahmen, bricht eine Lieferkette radikal zusammen.“

In Frankreich wurde die Produktion eines Parfumherstellers auf Desinfektionsmittel umgestellt. „Ähnliche Entwicklungen gibt es auch in Deutschland, aber es ist nicht so leicht, eine Produktion innerhalb eines Unternehmens zum Beispiel auf Mundschutze umzustellen“, betonte Lugan. „Denn man braucht dafür die passenden Textilien, die man aber nicht selbst herstellen kann. So etwas dauert dann mehrere Monate.“

Neuinfektionsrate auf 0 senken

Lugan erklärte, dass die Überwachungsbehörden überall auf der Welt das gleich Level an Qualität erreicht hätten, ob in Deutschland, Japan, China oder Brasilien. Deshalb sei es kein Problem, wenn Medizinprodukte nicht in Deutschland zertifiziert worden seien.

Angesichts der Nachricht aus China, dass es dort gestern keine Neuinfektion mit dem Coronavirus mehr gegeben habe, sagte Lugan: „Es muss auch uns gelingen, die Neuinfektionsrate auf 0 zu bringen. Denn es wird uns keine Alternative bleiben.“ Anderenfalls werde die Wirtschaft für sehr lange Zeit ausgeschaltet – mit massiven Folgen für das Land. © fos/aerzteblatt.de

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