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Nur wenige Daten zur gesundheitlichen Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und inter­geschlechtlichen Menschen verfügbar

Donnerstag, 19. März 2020

/ijeab, stock.adobe.com

Berlin – Über die gesundheitliche Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Personen (LSBTI) ist in Deutschland wenig bekannt. Das erläutern die Autoren eines neuen Beitrages im Journal of Health Monitoring des Robert Koch-Instituts (doi 10.25646/6448).

Die Wissenschaftler um Kathleen Pöge und Alexander Rommel haben internationale und deutsche Reviews, Metaanalysen und bevölkerungsbezogene Studien für ihr Review herangezogen. Der Beitrag beschreibt schlaglichtartig den Stand der rechtlichen, gesellschaftlichen und medizinischen Anerkennung in Deutschland sowie die gesundheitliche Lage von LSBTI-Personen.

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„Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben sich für homo- und bisexuelle Menschen schrittweise verbessert, während für trans- und intergeschlecht­liche Personen aus Sicht vieler Akteure bezüglich sowohl der medizinischen als auch rechtlichen Anerkennung noch große Defizite bestehen und wissenschaftliche Erkenntnisse noch ungenügend Eingang in die medizinische Praxis gefunden haben“, berichten die Autoren.

Deutlich sei jedoch, dass häufig negative Einstellungen zum eigenen Geschlecht oder der sexuellen Orientierung einen positiven Selbstbezug der LSBTI-Personen erschwerten. „Das Geschlecht beziehungsweise die sexuelle Orientierung selbst sind nicht ursächlich für höhere Prävalenzen von Depressivität und Suizidalität. Vielmehr sind mangelnde Akzeptanz, Diskriminierung und Gewalterfahrungen psychisch belastend und können zu Erkrankungen führen“, heißt es in dem Beitrag.

Ein akzeptierendes und unterstützendes soziales Umfeld sowie die Verfügbarkeit von Peer-Beratungsstellen mit Informations-, Beratungs- und Vernetzungsangeboten könnten sich auf die Gesundheit von LSBTI-Personen förderlich auswirken, so die Autoren.

Weiterhin gebe es viele Hinweise, dass die Gesundheitsversorgung noch nicht ausreichend an die Bedarfe von LSBTI-Personen angepasst sei und es häufig an Fachwissen und Sensibilisierung im Umgang mit LSBTI-spezifischen Gesundheitsthemen fehle, schreiben sie.

Insgesamt sei die Datenlage jedoch sehr lückenhaft und lasse kaum Aussagen über die allgemeine gesundheitliche Lage und über gesundheitliche Ressourcen von LSBTI-Personen zu, so das Fazit der RKI-Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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