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Kardiologen mahnen leitliniengerechte Versorgung von Herzpatienten an

Freitag, 20. März 2020

/freshidea, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) hat auf die „essentielle Bedeutung einer kompetenten kardiovaskulären Betreuung“ von schwer herzkranken Patienten während der Corona-Pandemie hingewiesen. In einer Stellungnahme bittet die Fachgesellschaft, „selbst unter diesen schwierigsten Umständen eine leitliniengerechte Versorgung vor allem der kritisch herzkranken Patienten sicher zu stellen“.

Aus jahrzehntelanger Erfahrung mit Influenza-Epidemien sei bekannt, dass insbesondere respiratorische Infektionen mit einer sprunghaften Zunahme lebensbedrohlicher Herzerkrankungen – nicht nur akuter Koronarsyndrome – einhergingen, warnt die Fachgesellschaft.

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Die DKG nennt neben Patienten mit akutem Koronarsyndrom auch solche mit symptomatischer hochgradiger Aortenklappenstenose, hochgradiger Mitralklappen­insuffizienz, akut dekompensierter Herzinsuffizienz, akuten Lungenembolien und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, „die sehr häufig initial mit dem klassischen Symptom der Dyspnoe klinisch auffällig werden“, so die Autoren der Stellungnahme.

Die Fachgesellschaft betont, dass sie die vielerorts in Krankenhäusern geplanten Notfallversorgungskonzepte zur Betreuung von schwer erkrankten Corona-Patienten ausdrücklich unterstützt. Sie bittet aber, das Klientel der kritisch herzkranken Patienten „ebenfalls mit besonderer Aufmerksamkeit zu betreuen und eine entsprechende Ressourcenallokation in den Krankenhäusern sicherzustellen“.

Die Krankenhäuser in Deutschland bereiten sich im Augenblick mit Hochdruck auf einen Ansturm von Patienten vor, die wegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 intensivmedizi­nisch versorgt werden müssen.

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun (CDU) hat dazu mit den Staatskanzleien der Länder, ein Grobkonzept für die Sicherung der Infrastruktur der Krankenhäuser beschlossen. Darin geht um die Verdoppelungen der Intensivkapazitäten, die Steigerung der Beatmungsplätze und die Umrüstung von Klinikeinrichtungen sowie Personal­schulungen für den Einsatz im Intensivbereich.

Die Länder sollen laut diesem Konzept mit den Kliniken Pläne erarbeiten, wie die Verdoppelung von provisorischen Intensivkapazitäten vor Ort funktionieren kann. Ein entsprechendes Gesetz – auch zur Finanzierung – soll Anfang nächster Woche im Bundeskabinett verabschiedet werden. © hil/aerzteblatt.de

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