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Politik

Fachgesellschaft fordert Preis-Stopp für Schutzausrüstung

Montag, 23. März 2020

/Tobias Seeliger, stock.adobe.com

Berlin – Einen Preis-Stopp für Schutzausrüstung fordert die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Noch erhältliche Atemschutzmasken, mehrlagiger OP-Mundschutz, Untersuchungs­handschuhe oder laminierte Schutzkittel würden auf dem Markt mittlerweile zu vielfach überteuerten Preisen angeboten.

„Diese reine Profitgier und den akuten Materialengpass muss die Politik sofort stoppen“, forderte der Präsident der Fachgesellschaft, Uwe Janssens.

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Eine sogenannte FFP2-Maske mit Atemschutzfilter koste normalerweise je nach Ausfüh­rung 11 bis 60 Cent. „Unsere Klinik kauft heute notgedrungen tausende Masken zum Preis von sieben Euro das Stück. Normalerweise müsste die Politik direkt einschreiten und ausreichend Masken vom Markt nehmen und den Kliniken zur Verfügung stellen. Es scheint sie ja zu geben“, sagte der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internis­tische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

Bereits am vergangenen Samstag hatten Intensivmediziner über einen massiven Preisanstieg in der Coronakrise bei wichtigen Medikamenten geklagt. Zum Beispiel stehe das Narkosemittel Propofol, bei dem es schon vor dem Ausbruch des Coronavirus‘ immer wieder zu Lieferengpässen gekommen sei, nicht mehr ausreichend zur Verfügung, kritisierte Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).

Innerhalb weniger Tage habe sich der Preis pro Ampulle von einem auf mehr als 20 Euro erhöht: „Das bedeutet: Narkosen von Notfallpatienten könnten gefährdet und die Möglichkeiten, Kranke auf der Intensivstation zur Beatmung in künstlichen Schlaf zu versetzen, bald stark eingeschränkt sein“ erklärte er.

Die DIVI fordert auch hier schnelles politisches Handeln. „Wir beobachten schon jetzt, dass einige Pharmaunternehmen die Preise ihrer Produkte in die Höhe schnellen lassen. Aus einer solchen Notlage nun Profit zu schlagen, ist unsolidarisch und ethisch überhaupt nicht mehr zu vertreten. Das muss sofort gestoppt werden“, sagte Janssens. © hil/aerzteblatt.de

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Dr.W.schoeps@gmx.de
am Dienstag, 24. März 2020, 12:20

Preis-Stopp

Haben wir nicht die Pharmaindustrie mit Rabattverträgen vor uns her getrieben? Sie hat mit entsprechenden Maßnahmen geantwortet. Jetzt schlägt sie zurück. Wir sollten in Zukunft [nach den Pandemie] partnerschaftlich mit der Pharmaindustrie umgehen. Ärzte und Pharma sind aufeinander angewiesen. Keiner kann seine Arbeit ohne den anderen tun. Beiden steht ein angemessener Gewinn um wirtschaftliche Gesundheit zu erreichen zu.
LNS

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