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Immer mehr Coronainfizierte und Tote in Europa

Dienstag, 24. März 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Rom/Madrid - Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit COVID-19 steigen die Zahlen der Infizierten und Toten weiter. Nach Angaben von US-Experten waren gestern rund um den Globus mehr als 350.000 Menschen infiziert (vorgestern: knapp 330.000), fast 15.400 Menschen starben, wie Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins mitteilten. Besonders betroffen sind auch europäische Staaten − ein Überblick:

Italien: Mit bald 60.000 Infizierten und etwa 5.500 Toten ist Italien besonders stark betroffen von der Corona-Pandemie, hofft aber nach gut einem Monat des Kampfes gegen die Ausbreitung des Virus auf weniger dramatische Zeiten.

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Seit gestern ist die nicht-lebenswichtige Produktion gestoppt. Andererseits erlaubt ein Dekret so viele Ausnahmen, dass Gewerkschaften das Ansteckungsrisiko bei der Arbeit als zu groß kritisieren. Zugleich sorgt der Tod weiterer Ärzte im besonders notleidenden Norden für Trauer und Entsetzen.

In den Brennpunkten, in Bergamo und Brescia, gibt es nach Behördenangaben viele Neu-Ansteckungen. Positiv sei, dass die Zahlen in der Millionenmetropole Mailand vorgestern etwas weniger als am Tag zuvor gestiegen seien. Bereits seit dem 10. März gilt in ganz Italien eine Ausgangssperre.

Spanien: Die Zahl der Corona-Infizierten steigt auch in Spanien trotz aller Maßnahmen weiter an. Bis gestern Mittag wurden mehr als 33.000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg von 1.720 auf gut 2.200.

Allein in der Region Madrid, dem Zentrum der Krise in Spanien, lag die Zahl der Todesopfer bei rund 1.200. Nach Italien ist Spanien das am heftigsten betroffene Land Europas.

Gleichzeitig gab es aber auch positive Nachrichten: Mehr als 3.300 Patienten sind bereits wieder gesund. „Zudem nimmt die Anzahl der täglich gemeldeten Fälle ab, aber wir sind nicht sicher, ob wir den Höhepunkt schon erreicht haben“, sagt der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

Frankreich: In Frankreich waren gestern fast 17.000 Infizierte und mehr als 670 Corona-Tote registriert. In der Hauptstadt wird verstärkt kontrolliert − dort und im ganzen Land gilt eine Ausgangssperre. Es ist nur erlaubt, das Haus zu verlassen, wenn es unbedingt nötig ist.

Auch Joggerinnen und Jogger werden angehalten und müssen ihren Passierschein vorzeigen. Zunehmend wird dabei geprüft, ob sich die Menschen auch wirklich nur in der Nähe ihrer Wohnung sportlich betätigen. Die Polizei ist zunehmend genervt von Leuten, die sich als Jogger tarnen.

Die Straßen sind aber deutlich leerer als noch in der Vorwoche. An Läden wie Bäckereien oder Supermärkten stellen sich die Menschen mit Abstand zueinander an − dort sind die Regale größtenteils wieder aufgefüllt.

Großbritannien: Die britische Hauptstadt London ist weiterhin die am stärksten betroffene Region in Großbritannien. Vor allem die Innenstadtbezirke haben teils hohe Fallzahlen an Coronavirus-Infektionen.

Der öffentliche Nahverkehr ist stark eingeschränkt. Pubs, Cafés und Restaurants sind geschlossen. Einzelne Krankenhäuser meldeten schon Kapazitätsengpässe. Trotzdem drängten sich am vergangenen Wochenende viele Londoner auf Märkten oder in Parks.

Die BBC zeigte gestern Bilder von überfüllten U-Bahn-Waggons. Noch setzt die Regie­rung auf Einsicht bei den Menschen. Doch mehrere Bezirke in der britischen Hauptstadt haben ihre Parks bereits geschlossen.

Erwartet wird, dass in den kommenden Tagen Ausgangsbeschränkungen erlassen werden. Zuletzt waren in Großbritannien mehr als 5.700 Menschen infiziert, fast 290 sind gestorben. © dpa/aerzteblatt.de

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