NewsPolitikBalneophototherapie wird Kassenleistung für Patienten mit Neurodermitis
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Balneophototherapie wird Kassenleistung für Patienten mit Neurodermitis

Dienstag, 24. März 2020

/dpa

Berlin – Patienten, die an mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis leiden, können künftig Methoden der Balneophototherapie als Kassenleistung erhalten. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) entschieden. Grundlage für die Entscheidung sind Studien, die einen höheren Nutzen der Balneophototherapie gegenüber der trockenen UV-Bestrahlung bei Neurodermitis nachweisen konnten.

Die Balneophototherapie kombiniert Wannenbäder unter Zusetzung verschiedener Substanzen wie Salz mit einer UV-Lichttherapie, die entweder während (synchron) oder nach dem Bad (asynchron) appliziert wird.

Anzeige

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte das Verfahren im Jahr 2018 auf der Basis neuer Studien bewertet und kam zu dem Ergebnis, dass eine kombinierte Balneophototherapie für Patienten mit Neurodermitis Vorteile gegenüber einer trockenen UV-Therapie haben kann.

In einer früheren Bewertung aus dem Jahr 2007 waren auf Basis einer Studie mit 180 Patienten laut dem IQWiG noch keine sicheren Aussagen zur Balneofototherapie beim atopischen Ekzem möglich.

Mehrere Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die Ludwig-Maximilians-Universität München und ein Industriepartner hatten daher ein gemeinsames Modellvorhaben gestartet: Die Patienten mit atopischem Ekzem wurden mindestens einen Monat lang behandelt und meist dermatologisch überwacht. In der Regel erfolgten zwischen zehn und 35 Behandlungen mit einer Dauer von jeweils etwa einer Viertelstunde.

„Bezieht man beide Studien in die Auswertung ein, fallen die Ergebnisse beim Endpunkt ‚Hautzustand‘ zugunsten der synchronen Balneofototherapie aus. Dabei umfasst der Hautzustand auch die Symptome, etwa Juckreiz oder Schlaflosigkeit“, berichteten die IQWiG-Wissenschaftler im Herbst 2018. Das Institut sah daher einen Hinweis auf einen höheren Nutzen des Verfahrens gegenüber der trockenen UV-Bestrahlung. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. März 2020
Berlin – Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom können künftig eine Behandlung mit Tumortherapiefeldern (TTF) als Kassenleistung erhalten. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA)
Behandlung mit Tumortherapiefeldern wird für Glioblastompatienten Kassenleistung
26. März 2020
Düsseldorf – Die Krankenkassen in Deutschland sollen mehr innovative Verfahren – insbesondere aus der Bildgebung – in ihren Leistungskatalog aufnehmen. Das fordert der Berufsverband der Augenärzte
Augenärzte setzen sich für mehr bildgebende Verfahren als Kassenleistung ein
21. März 2020
Berlin - Um die finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bei allen medizinischen Einrichtungen abzufedern, hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) erste Formulierungshilfen für einen
Milliardenunterstützung für deutsche Krankenhäuser
17. März 2020
Düsseldorf – Die COVID-19 Epidemie in Deutschland und die Maßnahmen zu ihrer Verlangsamung sind für Arztpraxen nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich eine Belastungsprobe. Darauf hat die
KV Nordrhein fordert finanziellen Schutzschirm auch für Praxen
17. März 2020
Berlin – Viele Krankenkassen schließen wegen der COVID-19-Erkrankungen bundesweit ihre Geschäftsstellen. Darunter sind die Barmer Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse (TK), viele IKKen sowie die
Krankenkassen schließen bundesweit Geschäftsstellen
16. März 2020
Essen – Eine gesetzliche Krankenkasse muss nicht die Kosten für das pro Dosis zwei Millionen Euro teure Gentherapie-Medikament Zolgensma übernehmen. Dies hat das nordrhein-westfälische
Krankenkasse muss Zolgensma-Therapie für zwei Millionen Euro nicht zahlen
15. März 2020
Berlin –Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat dem Faire-Kassenwettbewerbsgesetz (FKG) zugestimmt. Mit dem Gesetz soll der jahrelang diskutierte Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA) nun
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER